Kleinkindbetreuung kostengünstig ausbauen durch Flexibles Platz-Sharing

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Stadtbezirk: 
Stuttgart (gesamt)
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Thema: 
Kinder, Jugend, Familie
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Wirkung: 
kostenneutral

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis:

278
weniger gut: -144
gut: 278
Meine Stimme: keine
Platz: 
458
in: 
2013

Um den dringend benötigten Ausbau von Kleinkindbetreuungsplätzen voranzubringen, sollte Platz-Sharing zugelassen werden. Viele Eltern benötigen nur an manchen Tagen einen Betreuungsplatz (75 % aller berufstätigen Mütter arbeiten in Teilzeit). Etwas Flexibilität der Träger würde hier eine grosse Wirkung erzielen - als Hilfe für die Eltern und Kinder (ein Platz an 2 Tagen die Woche ist besser als keiner!) und zudem viel Geld sparen.

Gemeinderat prüft: 
nein
Stellungnahmen und Beschlüsse
Umsetzung: 

Hierzu gibt es noch keine neuen Ergebnisse zu berichten.

Ergebnis Haushaltsberatungen: 
Es ist vorgesehen, die Möglichkeit des Platzsharings auszubauen. Hierfür wurden im Haushaltsplan 2014/2015 jeweils 250.000 EUR zusätzlich zur Verfügung gestellt.
Gemeinderat hat zugestimmt

Verweis auf Haushaltsanträge der Gemeinderatsfraktionen: 
441 (B90/Grüne), 466 (CDU), 645 (FW)

Kommentare

8 Kommentare lesen

Eine längst überfällige Maßnahme. In Zeiten der digitalen Organisation wäre hier durch ein Internetportal sicherlich schnell und unkompliziert eine Maximalausnutzung von Plätzen möglich!

Ja, natürlich! Jeder bekommt 2 oder 3 feste Tage, d.h. die Bezugsgrupopen für Kinder und Betreuuer sind fix, Räume sind ausgelastet, Mütter können arbeiten. Das schaffen Tagesmütter und Groißpflegestellen, und muß unbedingt von den öffentlichen Trägern ebenso umgesetzt werden! Bei Beratungsbedarf bitte an die Tagesmuttervebände oder einzelne Großpflegestellen wenden!

Wer von denjenigen, die Platzsharing in Kitas fordern, hat schon ein Kind in einer gut funktionierenden Kita eingewöhnt? Wer aufmerksam hinschaut, sieht, dass der Alltag in einer Kita schon jetzt durch Krankheitsfälle beim Personal und bei den Kindern nie reibungslos läuft. Platzsharing gefährdet zusätzlich notwendige Routinen im Alltag, gruppendynamische Prozesse und eine Bindung zwischen Kindern und ErzieherInnen bzw. zwischen den Kindern. Für mich ist die Forderung nach geteilten Plätzen nachvollziehbar, vor allem aus der Perspektive derjenigen, die keinen der raren Plätze ergattern können. Aber es ist doch eine sehr ökonomische Perspektive, die die oben genannten Aspekte außer Acht lässt. Ich habe auch bei meinen beiden Kindern nie die volle Betreuungszeit genutzt, die die Kita anbietet, aber beide sind - sofern gesund - jeden Tag in die Kita gegangen, weil es mir wichtig war, dass dies ihr zweiter Lebensraum wird und nicht nur der Platz, an dem sie verwahrt werden, wenn Mami und Papi keine Zeit für sie haben. Ich denke, für Eltern die Letzteres anders sehen, sind Plätze bei Tagesmüttern die sinnvollere Betreuungsform. Dort sind die Kinder in den meisten Fällen gut und liebevoll aufgehoben, aber ein durchdachtes pädagogisches Konzept wie "Einstein" in den Stuttgarter städtischen Kitas braucht Kontinuität.

@Fran: ich habe zwei Kinder bei einer Tagesmutter eingewöhnt für nur 2 halbe Tage/Woche und zwei Kinder in einer Kita. Es ging beides gleich gut und ich empfand auch keine Unterschiede. Selbstverständlich sollte der Idealfall sein, dass wir kein Platz-Sharing brauchen, weil für alle Kinder Platz ist - aber solange wir noch meilenweit davon entfernt sind, wäre das für viele Eltern und Kindern eine grosse Hilfe!

Flexiblere Betreuungsloesungen sind dringend noetig. In anderen Laendern funktioniert Platz-Sharing auch.. nicht nur um Geld zu sparen und mehr Kinder unterzubringen- sondern vor allem, um den zeitgemaessen Beduerfnissen von modernen Familien und ihren Kindern gerecht zu werden! (Vielleicht moechte ja auch der Vater einen Tag zu Hause uebernehmen?)

@Markus Eggenberger: das war natürlich auch die wahre Intention hinter meinem Vorschlag - ich dachte nur, da wir hier ja Dinge für den Haushalt vorschlagen sollen, zäume ich das Pferd mal von der Finanzseite her auf .-)
Ich habe das vor Jahren unserem Kindergarten vorgeschlagen, die Erzieher fanden es eine tolle Idee, es scheiterte leider am Träger (dem es vermutlich zu viel Administrationsaufwand war, oder der einfach nicht gewillt war, sich zu bewegen).

Ich unterstütze den Platz-Sharing-Vorschlag, da es meiner Erfahrung nach nicht wenige Eltern gibt, die ihre Kinder nicht an 5 Tagen/Woche in die KiTA geben, sondern nur an einzelnen Tagen. Wenn man hier Synergieeffekte nutzen könnte, bekommen trotz der katastrophalen Betreuungssituation insgesamt mehr Eltern die Chance wieder arbeiten zu gehen und ich glaube auch nicht, dass diese Aufteilung den Kindern nicht schadet, wenn sie einen festen Rhythmus haben.

Unsere KiTa eines freien Trägers in S-Vaihingen ist in gewissem Masse bereits heute flexibel: die Zahl der betreuten Kinder ist grösser als die Zahl der Plätze - Platzsharing wird bereits umgesetzt. Jedoch kann das Platzsharing nur einen geringen Umfang einnehmen, da die Erzieher mehr Kinder + Eltern versorgen müssen.