Bonuscard Stadt Stuttgart

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Stadtbezirk: 
Stuttgart (gesamt)
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Thema: 
Soziales
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Wirkung: 
Ausgabe

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis:

170
weniger gut: -131
gut: 170
Meine Stimme: keine
Platz: 
1168
in: 
2013

Die Bonuscard der Stadt Stuttgart ermöglicht ALG2-Beziehern und Geringverdienern teilweise kostenlos ins Theater oder ins Museum zu gehen. Veranstalter die die Aktion "Kultur für alle" unterstützen, haben z.B. für das Theater je 4-8 Freikarten für jede Vorstellung für Berechtigte.
Diese Aktion "Kultur für alle" sollte ausgebaut werden. Z.B. ausgerechnet die Staatstheater machen bei dieser Aktion nicht mit, was ich skandalös finde.
Denn Kultur sollte wirklich für alle sein. 4-8 Freikarten pro Vorstellung sind nicht viel.

Gemeinderat prüft: 
nein
Stellungnahmen und Beschlüsse
Umsetzung: 

Mehr als 70 Kultureinrichtungen stellen kostenlose Tickets für Inhaber der BonusCard + Kultur zur Verfügung. Der Verein KULTUR FÜR ALLE Stuttgart e. V. organisiert dieses Angebot und ist bemüht das Angebot weiter auszubauen. Es ist tatsächlich so, dass die Staatstheater nicht mit KULTUR FÜR ALLE kooperieren und keine Freikarten für Inhaber der BonusCard + Kultur zur Verfügung stellen. Laut eigener Angaben haben die Staatstheater ein eigenes Konzept bezüglich ermäßigter Karten und bieten bereits entsprechende Ermäßigungen auch für „arbeitslose Besucher“ an. Freikarten gibt es jedoch nicht. Die Beteiligung der Kultureinrichtungen ist freiwillig und wird von der Landeshauptstadt Stuttgart nicht bezahlt.

Ergebnis Haushaltsberatungen: 
Der Gemeinderat hat in den HH-Planberatungen einen jährlichen Zuschuss von 25.000 EUR zur Förderung des Trägervereins "Kultur für Alle e.V." beschlossen.
wird nicht umgesetzt

Verweis auf Haushaltsanträge der Gemeinderatsfraktionen: 
455 (B90/Grüne), 547 (CDU), 624 (SPD), 853 (SÖS)

Kommentare

5 Kommentare lesen

Sie werden doch mit der Bonuscard unterstützt, das sollte reichen.

Warum können ALG-2-Bezieher nicht alle Kulturangebote nutzen. Es ist ein Skandal, dass ausgereechnet die Staatstheater sich nicht daran beteiligen.

Wenn eine kulturelle Einrichtung wie das Staatstheater von Stadt und Land insgesamt ca. 90 Millionen Euro Subventionen (=Steuergelder) erhält, sollte es möglich sein, sich an der Aktion "Kultur für alle" zu beteiligen. Wenn man die 90 Millionen Euro auf den Sitzplatz pro Veranstaltung umrechnet, wird jeder Besucher pro Vorstellung mit ca. 150 Euro subventioniert; je nach Rechenart und Art der Veranstaltung (Schauspiel, Ballett, oder Oper) sogar noch deutlich mehr. Durch die Teilnahme an der Aktion "Kultur für alle" würde demnach der Sitzplatz mit 150 Euro + 20 Euro (Eintrittspreis) subventioniert werden. Das sollte sich das Staatstheater leisten können, meine ich! Und immer noch besser, wie wenn der Sitzplatz leer bleibt ... "bezahlt" (siehe Subventionen) ist er ja bereits!!

Das Staatstheater wird vom Land getragen und entzieht sich damit diesem Bürgerhaushalt.

Also ich pfeife ja i.d.R. auf diese Art von "Kultur" (gäääähn!), aber ich bin auch kein "Bonuscard"-Besitzer (kenne jedoch eine Betroffene). Wie ich weiss gibt es mit der "Bonuscard" ganz andere Probleme. Zunächst wären da die vergleichsweise sehr hohen Kosten für das VVS-Monatsticket, das nur subventioniert wird, letztlich muss die Hartz-IV-Betroffene satte 30 € draufzahlen und darf hierfür nur in der Zone 10 fahren -- und das nicht mal rund um die Uhr. Eine Fahrt nach Feuerbach, Bad Cannstatt, Degerloch oder Sillenbuch kostet eine zusätzliche Tarifzone -- zum unsubventionierten Normalpreis! 30 € sind für Betroffene sehr viel Geld, bedenkt man, dass diese nach Abzug von Miete, ENBW, Krankenkasse und (Achtung: Stuttgarter Besonderheit!) der sogenannten "Energiepauschale" gerade noch etwa 320,-- zum Überleben haben. Davon sollen diese dann ihr VVS-"Bonuscard"-Monatsticket kaufen, ihre Lebensmittel etc. und auch noch Rücklagen bilden für Kleidung, Geräteneuanschaffungen und -reparaturen etc. Diese Menschen haben es ohnehin satt, diese Art von oft heuchlerisch-elitär empfundener "Kultur" zu rezipieren. Denn sie selbst kennen die gesellschaftliche Realität von gesellschaftlich ausgegrenzten und empfinden die kulturellen Zerrbilder für die Masse auf Theaterbühnen und Kino nicht selten als einen Schlag ins Gesicht. (meine Bekannte kam übrigens wie so viele unschuldig in diese Situation, sie ist ein Opfer langjähriger Gewalt, eigentlich wäre sie ein Fall für die Frührente aber da ist nichts im Topf).

Zudem, an anderer Stelle bereits das eine oder andere Mal als Kommentar vorgeschlagen:
Der verbilligte oder kostenlose Zugang zu Ausdauer- und Kraft-Trainingsgeräten wäre sehr zu begrüßen. Das Stuttgarter JobCenter oder die Stadt könnte so etwas selbst anbieten (einfaches Sportstudio) oder fördern. Würde wirklich ein ehrliches Interesse bestehen, Betroffene wieder "fit" zu machen, so würde so etwas doch auch angeboten werden. (ich weiss, dass das Joggen im Park oder Wald kostenlos ist, aber das ist leider nicht für jeden geeignet, die Bekannte von mir hat z.B. Knieprobleme und würde deshalb gerne an einem guten Crosstrainer-Gerät trainieren. Die kosten aber mind. 800 € -- für sie leider nicht bezahlbar). Die Krankenkasse fühlt sich nicht zuständig, die wollen nur Psychopharmaka bezahlen.

Siehe auch:
"Hartz IV-Empfängern die Möglichkeit bieten zu ermäßigten Beiträgen Mitglied in Sportvereinen zu werden", https://www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/2686