Besseres Licht für Stuttgart

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Stadtbezirk: 
Stuttgart (gesamt)
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Thema: 
Energie, Umwelt
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Wirkung: 
Ausgabe

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis (nur gut):

362
weniger gut: -75
gut: 362
Meine Stimme: keine
Platz: 
623
in: 
2015

In Stuttgart lässt sich bei der Beleuchtung im Außenbereich einiges verbessern, denn sie entspricht in vielen Fällen nicht den Standards für zielorientierte und umweltgerechte Lichttechnik. Statt komfortabel und sinnvoll zu beleuchten, blenden viele Leuchten stark und strahlen große Lichtmengen verschwenderisch in den Nachthimmel und in die Umgebung. Es wird zudem vermehrt "kaltes" Licht verwendet, das nicht nur unangenehm wirkt, sondern mit seinen hohen Blauanteilen auch nachweislich schädlich auf Mensch und Natur wirkt. Beim künstlich erzeugten Licht sollten Mensch und Umwelt im Vordergrund stehen und nicht ausschließlich die Effizienz des Leuchtmittels.

Grundsätze einer fortschrittlichen Beleuchtung in Stuttgart müssen daher sein:

1.) Zielgerichtete, blendungsreduzierte Beleuchtung mit voll abgeschirmten Leuchten (upward light ratio 0% [Anteil nach oben strahlendes Licht]),
2.) belastungsarmes Licht durch warmweiße Lampen (Farbtemperatur 2000 bis max. 3000 Kelvin) und
3.) bedarfsorientierte Lichtmenge, zum Beispiel in den Nachtstunden dimmen und unnütze Beleuchtung vermeiden.

Durch bessere Ausrichtung und Abschirmung kann auch bei der vorhandenen Beleuchtung schon vieles optimiert werden. Besonders bei den anstehenden Umrüstungen sollten die genannten Grundsätze berücksichtigt werden. Hierbei sollte mehr auf Licht-Qualität als auf Licht-Quantität gesetzt werden. Eine zielgerichtete technische Beleuchtung, die sich auf die Verkehrswege konzentriert, lässt dann auch Platz für ästhetisch-gestalterische Lichtelemente, zum Beispiel das dezente Hervorheben einzelner markanter Gebäude im Stadtbild. Neben der Straßenbeleuchtung sollte ein Lichtplan auch Empfehlungen zur kommerziellen und gewerblichen Beleuchtung beinhalten, aber besonders auch zur Sportstätten-Beleuchtung.

Kunstlicht allein ist noch kein Zeichen für Fortschritt, sondern erst der verantwortungsvolle Umgang damit.

Kommentare

10 Kommentare lesen

Auch wenn Ihre Grundgedanken sehr gut sind (besonders das mit der Lichtfarbe und dem lightspill), hätte ich 2 Kritikpunkte:

- zu 3.: Waren Sie schonmal dort, wo solche Systeme installiert waren? Es ist das blanke Grauen! Dieser Quatsch mit Dimmen oder 'Bedarfs-An' ist der größte Mumpitz seit der Erfindung der Straßenlampe. Nicht nur für die Anwohner, auch für die Verkehrsteilnehmer, die sich in diesem Bereich befinden.

- bei der Annahme, es handle sich um eine Sparidee. Denn je ausgefeilter die Leuchten werden, um so teurer sind sie auch.

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Der Begriff "bedarfsorientiert" steht hier aber nicht für Bewegungsmelder oder Schalter, sondern "bedarfsorientierte Lichtmenge" soll heißen, dass z. B. eine Nebenstraße nicht so stark beleuchtet werden braucht wie eine große Hauptstraße, zumal in den Nachtstunden. Auch Parkplatzbeleuchtungen und Werbeschilder müssen nicht die ganze Nacht in gleißender Helligkeit leuchten. Dimmungen und auch Abschaltungen sollten da offen diskutiert werden.
Leider wird gerade durch die sparsamen LEDs oftmals viel zu hell und zu lange beleuchtet, wodurch die Einsparmöglichkeiten wieder zunichte gemacht werden (Rebound-Effekt). Erst in Kombination mit sinnvoller Lichtlenkung und intelligenter Lichtsteuerung wird ein effizientes Leuchtmittel zur wirklichen Sparidee. Hierfür müssen Verwaltung und Bürger sensibilisiert werden.

für die Umwelt und die Flora und Fauna unbedingt erforderlich. Zudem ist ein richtig dunkler Nachthimmel (so dunkel wie möglich) für das Wohlbefinden auch von uns Menschen notwendig. Auch für die Beobachtung des Sternenhimmels ein Muss. Die Sternwarte Stuttgart wird dies begrüßen.

jetzt erst hab ich den ersten Kommentar gelesen, und muss hierzu noch eine Anmerkung machen:
Früher wurden Straßenbeleuchtungen schon mal abgeschaltet, so weit ich mich zurückerinnere wurde dies in Stuttgart (ich glaube in den 60er und 70er Jahren) ab 22:00 oder 23:00 Uhr bis morgens um 05:00 oder 06:00 Uhr auf halbe Leistung getrimmt, oder auch ganz abgeschaltet (bei nicht stark frequentierten Straßen und/oder auch Plätzen).
Dies ist doch bzw. war ja schon mal eine sinnvolle bedarfsorientierte Spar-Idee!

Besonders störend sind die Verhältnisse am Europaviertel und Großbaustelle Stuttgart 21.
Die Stadt möge seinen Einfluss geltend machen, auch hier die nach oben gerichtete Lichthölle etwas einzudämmen.

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@ Arbosch:
Ja, da allerdings wurden auch noch die Bürgersteige nachts hochgeklappt und um Mitternacht war Sendeschluss. Bin fast versucht zu sagen: Leider.

Die heutige Lichtverschmutzung hat viele Ursachen z.B. geändertes Freizeitverhalten, möglichst intensive grelle bewegliche Werbung allerorten, fast jede Disco schickt ihre persönlichen Laser-Leuchtfinger in den Himmel etc. pp.

Ich glaube allerdings auch nicht, dass sich heute noch viele nachts bei abgeschalterer Straßenbeleuchtung auf dem Heimweg besonders wohlfühlen würden.

Ein sinnvoller Vorschlag. Bisher standen meist die Beleuchtungskosten im Vordergrund. Die massenhafte Beleuchtung verlangt, dass jetzt Verantwortung dazukommt.

Ich finde den Vorschlag sehr gut. Es íst zu beobachten, dass in mancher Straße (z.B. Grazer Str in Feuerbach) nicht nur der bodennahe Bereich, sondern auch die 1. Etage der beiderseitigen Bebauung beleuchtet wird.

Es gibt tatsächlich eine Vielzahl von unsinniger und unschöner Aussenbeleuchtung in Stuttgart. Gerade durch die weitere Reduzierung des Energieaufwands durch Einsatz der Diodentechnik besteht die Gefahr, dass überflüssige und nicht zielgerichtete Beleuchtung noch in hohem Maß weiter zunimmt. Da wird leicht der Einspareffekt wieder aufgezehrt und die Licht-Umweltverschmutzung weiter gesteigert.