Historischen Marktplatz wieder aufbauen mit Hilfe von Investoren

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Stadtbezirk: 
Stuttgart-Mitte
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Thema: 
Stadtplanung
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Wirkung: 
Ausgabe

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis:

134
weniger gut: -206
gut: 340
Meine Stimme: keine
Platz: 
455
in: 
2013

In Stuttgart wurden nach dem Krieg leider viele Bausünden begangen, anstatt historische Gebäude wieder aufzubauen. Dies trägt dazu bei, dass Stuttgart heute an vielen Stellen nicht besonders einladend aussieht (abgesehen vom Schlossplatz). Eine der größten Bausünden ist der Marktplatz. Wenn man dies mit anderen Städten wie München (Rathaus) oder Frankfurt (Römer) vergleicht, kann da Stuttgart leider nicht mithalten.

Die Stadt Frankfurt realisiert zur Zeit ein einzigartiges Projekt, das auch für Stuttgart Vorbild sein könnte. Und zwar wird hier der historische Stadtkern wiederaufgebaut und belebt.
Infos und Bilder gibt es unter:

http://www.domroemer.de/site/startseite/

Ich schlage vor, dass die Stadtverwaltung prüft, ob mithilfe von Investoren in Stuttgart ähnliches möglich wäre. Man stelle sich auch den enormen touristischen Mehrwert eines Marktplatzes mit historischen Fachwerkhäusern gegenüber dem heutigen Zustand vor. Es entstünde eine historische Altstadt bis zur Markthalle.

Finanzieren könnten das wie in Frankfurt auch Investoren, die die Gebäude dann an Geschäfte und Cafés vermieten (evtl auch Wohnungen). Das ganze wäre somit für die Stadt kostenneutral.

Stellen Sie sich den historischen Marktplatz mal vor. Dass das Ganze kein Hirngespinst ist und nicht unmöglich, sieht man an dem Projekt in Frankfurt denke ich. Wie wäre diese Idee für Stuttgart?

Gemeinderat prüft: 
nein

Kommentare

22 Kommentare lesen

Das klingt ja alles gut und schoen - nur leider werden solche Bauprojekte eben nach Kostenkriterien erstellt. Konkret heisst das einfach, dass sehr teure Wohnungen entstehen, die Innenstadt einige Zeit lang eine Baustelle ist, usw.

Bei dieser Maßnahme müsste man, meiner Meinung nach, auch das historische Rathaus rekonstruiren um das Gleichgewicht beizubehalten und da glaube ich währe der OB nicht so glücklich drüber...

ich denke das Rathaus, auch wenn es nicht "historisch" ist, fügt sich da relativ zeitlos ein. Es ist im Gegensatz zu den Gebäuden um den Marktplatz in einem gepflegten, modernen Zustand. Man kriegt auch nicht gleich Augenkrebs beim Anschauen. Insofern wäre es natürlich von einer Neugestaltung ausgenommen (Wäre auch viel zu teuer und sinnlos, auch wenn sie es damals besser nach dem original wiederaufgebaut hätten).

Der Maarktplatz besteht aus einem nahezu geschlossenen Ensemble von Gebäuden im Stil der 50er Jahre. Nur das Breunigner stört und sollte eigentlich abgerrissen werden.

der marktplatz muss wirklich städteplanerisch überarbeitet werden, inklusive der schulstrasse. die historische rekonstruktion könnte mehr leben , tagsüber und abends, auf dem platz ermöglichen. das gesamterscheinungsbild von stuttgart und dem marktplatz wird deutlichst verbessert. andere städte haben dies schon längst gemacht und haben hohe einnahmen durch touristen damit generiert. der rathaustrum kann auch einfachst wiederhergestellt werden. dieser ist ja nur verschalt. das wäre ein schneller und kostengünstiger start.

Der Marktplatz ist tatsächlich hässlich, aber nicht unbedingt die dort stehenden Gebäude (bis auf Breuninger). Das in den 50er Jahren aufgebaute Ensemble hat Charme und gehört meiner Ansicht nach unter Denkmalschutz.
Die Platzfläche gehört aber dringend neu gestaltet. Aber warum muss dann wieder alles so nachgebaut werden, wie es zu einer bestimmten Zeit mal war? Und welcher Zeitpunkt ist der richtige, der dann gewählt wird? Historische Gebäude und Plätze haben sich entwickelt und waren nicht immer gleich. Meiner Ansicht nach ist hier ein Wettbewerb nötig. Und bevor was realisiert wird, müssen die Bürger beteiligt werden.

Wobei der Marktplatz ja noch geht. Ich würde aus Aufwandsgründen das Ganze zunächst einmal beschränken auf die Freilegung des historischen Rathausturms, evtl. auch der ganzen Rathausfassade, die sich ja nach wie vor unter der weißen Hülle befinden. Man weiß in Stuttgart eigentlich gar nicht, wo man zuerst anfangen soll, historische Strukturen und damit das Stadtbild wieder herzustellen. Leider werden sehr einfache Chancen dazu leichtfertig vertan, so hätte man z.B. am Karlsplatz sehr leicht die historischen Gebäude rekonstruieren können, anstatt ein "modernes Dorotheenquartier" hinzuklotzen. Es gibt doch immer wieder Baulücken, in denen man das Stadtbild ganz einfach rekonstruieren könnte. Aber man will ja nicht, bzw. kommt gar nicht auf die Idee. So viel zum historischen Bewusstsein in unserem Gemeinderat.

Für Stuttgart wäre es schon mal ein Fortschritt, wenn mit dem Abriss noch existierender historischer Bauten aufgehört würde. Als 2. Schritt könnte man noch existierende historische Altbauten, die nach dem Krieg vereinfacht auf- bzw. rückgebaut wurden, wieder in ihren alten Urzustand versetzen. Den Marktplatz mit seinem 50er Jahre Ensemble abzureissen zu Gunsten einer Rekonstruktion des Vorkriegszustandes halte ich nur bedingt für sinnvoll. Wer sagt uns denn, dass in 150 Jahren niemand den Kopf schüttelt über so ein Vorgehen. Schliesslich spiegeln die in den 50er Jahren errichteten Gebäude auch die damalige Zeit wieder. Wichtiger wäre es, bei Neubauten sich vielleicht zukünftig etwas mehr Fanatsie zu gönnen und sich vom Einheitsbrei der Funktionsbauten abzuheben...

Die jetzige Marktplatzbebebauung ist mit ihrem Versuch, mit den "modernen" Stilmitteln der 50er-Jahre, eine bürgerlich-identitätsstiftende Kulisse zu schaffen, komplett gescheitert. Das merkt jeder, der das alte Platzbild kennt und sich dort zentral hingestellt um 360° dreht. Deswegen halte ich es für eine hervorragende Idee, diesem Platz Stück für Stück seiner alten Qualität zurückzugeben. Zumindest das Sattler- und das Kellerhaus auf der Nordseite zu rekonstruieren, halte ich für unabdingbar. Dafür sollte sich die Stadt ruhig finanziell kräftig engagieren - z. B. die Bestandsbauten aufkaufen, abreißen und rekonstruierend neu bauen. Dieser Invest würde sich durch Zugewinn der Lebensqualität für die gesamte Stadt auf jeden Fall lohnen - immerhin handelt es sich hier um den zentralen bürgerlichen Platz der gesamten Region! Ein guter Anfang wäre aber auch schon, den Platz durch historisch/kleinteilig angepasste Bauten auf der Südseite kleiner zu fassen, damit er seine Maßstäblichkeit zurückgewinnt und der unsägliche Breitling-Bau verstellt wird.

Ich halte viel davon, historische Bauten zu erhalten, aber gar nichts davon, nicht mehr existierende nachzubauen. Jede Zeit hat ihre Architektur. Meines Erachtens sollte Stuttgart den Fokus auf gute, moderne Architektur richten, statt gesichtslose Neubauten zu genehmigen.

"Gesichtslose Neubauten" sind leider genau das, was die "moderne" Architektur in 99% der Fälle zustande bringt, was sich in Stuttgart in besonders erschreckendem Ausmaß zeigt. Ein Gruselkabinett der architektonischen Abscheulichkeiten.

Einige punktuelle Rekonstruktionen können da wahre Wunder wirken. Und genau das ist doch heute "modern" - Stadtheilung! Dresden, Potsdam, Berlin, Leipzig und Frankfurt machen es doch erfolgreich vor - es funktioniert bestens!

Hier wird auch kein Steuergeld verbraten. Es kommt der Stadt ohne Ende zugute. MACHEN! =)

es geht doch vor allem darum, wieder lebensfreundliche ästhetische und idylische plätze zum verweilen zu schaffen. die heutigen plätze von stuttgart (ausser die noch erhaltenen historischen plätze wie karlsplatz und schlossplatz) lernen einem eher das fürchten, statt das verweilen!

Die Verwirklichung dieses Projektes wäre eine einmalige Chance ein Objekt, bzw. einen Teil der Altstadt, wiederherzustellen, welches uns in den heutigen Zeiten [schnell,schnell;Globalisierung;etc.] ein wenig Rückhalt und vielleicht sogar ein wenig Heimatgefühl zurück gibt.
Hauptsache man hat einen Ausgleich zu der mit Bausünden übersäten Stahl-Glas-Beton Landschaft der "Übergangsbauten" der Nachkriegszeit, der 50er, 60er und 70er Jahre und Heute.

Noch können wir auf Zeitzeugen zurück greifen, welche die einstige Pracht der Stadt kannten, noch gibt es Menschen, welche sich mit dem Handwerk auskennen und in der Lage sind eine Rekonstruktion durch zu führen.
Das wird in den nächsten 10-20-50 Jahren nicht mehr möglich sein.

Solange man dreistellige Milliardenbeträge ins Ausland und an Banken schickt, solange man jährlich Milliardenbeträgen nach Berlin schickt, solange man einen Tiefbahnhof für 6 Milliarden € baut und solange sich unsere jetzige Regierung einen "Umbau" des Landtages für 50 Millionen € leistet, sollte man doch dazu in der Lage sein ein wenig Kultur, Geschichte und Identität der einst Prächtigen Stadt wiederherstellen zu können.

Den Bedenkenträgern hier ist entgegenzuhalten: Die Straßenzüge sind noch 1:1 erhalten. Das RATHAUS IST NOCH STETS DAS ALTE VON 1905, nur wurde es 1956 vorne mit der hässlichen Muschelkalkfassade versehen und die Turmspitze abgeschlagen. Es wäre nicht schwer, ihm wieder sein ursprüngliches Gesicht zu geben. Und die umliegenden Gebäude könnten wie in Frankfurt nach und nach angeglichen werden. So unmöglich, wie es einige hier darstellen, ist es nicht. Und allen, die denken, unser Marktplatz/Rathaus sei nicht hässlich: ich bin Stadtführer und frage jedesmal Touristen offen und ehrlich nach ihrer Meinung. Und die ist einhellig: der Marktplatz ist potthässlich und einer Stadt wie Stuttgart nicht würdig! Hässlich ist er nur dann nicht, wenn man sich daran gewöhnt... Von daher: wir sollten die Chance nutzen, dem Vorbild Frankfurts zu folgen...

In ihrem letzten Link wurde beschrieben, dass es in Dresden zu einer Unterschriften-aktion kam, bei der ~63000 Unterschriften zur Wiederherstellung der Altstadt zusammenkamen.

Für die Wiederherstellung der Altstadt in Stuttgart braucht man, ähnlich wie in Dresden mehr Aufmerksamkeit.
Sei es über die öffentlichen Medien oder das Internet.
Wie könnte man das erreichen?

Kann man für den Anfang vlt. eine Facebook Gruppe aufmachen?

Hier noch einmal der Post:
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=580993385251938&set=a.48106112191...

Ganz schlechte Idee. Der Marktplatz mit seinen pastellfarbenen Schachtelhäuser ist ein authentisches Zeugnis der Nachkriegszeit und muss als solches seinen Platz behalten. Alles zu seiner Zeit - den "alten" Marktplatz wieder aufbauen wäre doch nur künstliche Nachahmung.

@omnom: Wenn sie Initiative ergreifen schließe ich mich gerne an, sei es zuerst über Facebook. Der Macher der Seite "Baudenkmäler Stuttgart" und evtl auch von "Unnützes Stuttgart Wissen" sind evtl auch mit ins Boot zu holen. Beide haben den Link zu diesem Vorschlag geteilt und haben zusammen über 20 000 Likes. Sie können mich auch hier über das Kontaktformular kontaktieren.

Auch ich bin traurig, daß das alte Rathaus nicht erhalten oder wieder aufgebaut wurde. Allerdings möchte ich nicht Zustände erleben, wie in Frankfurt, wo einfach historisches "nachgebaut" wurde, wie eben der Römer. Die Offenlegung des Rathausturmes wäre nicht gerade zuträglich, denn der Rest des 50er-Jahre Bereiches würde ganz und gar nicht dazupassen. Vielmehr wäre mir daran gelegen, den wirklich lieblos gestalteten Platz schöner und etwas wertiger zu gestalten. Z. B. ist der wirklich wunderschöne Brunnen auf dem Platz nicht gerade gewürdigt. Ein Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des Platzes und eine eventuelle Aufwertung dessen, wäre mir lieber und gleichzeitig die Gestaltung des Platzes hinter dem Rathaus am Parkhaus mit einzubeziehen und als Freifläche mit einzubeziehen wäre mir geradezu ein Bedürfnis.

@Fanny: Naja ... In Frankfurt wird eben nicht "einfach" historisches wieder nachgebaut. Da haben sich Politiker, Bürger, Architekten und engagierte Bürger jahrelang intensive Gedanken gemacht - und sind zum Ergebnis gekommen, dass die kleinteilige Bebauung aus einer Mischung von ortstypischen historischen Bauten und neu gestaltenen Gebäuden, die sich an gründlich ausgearbeiteten Gestaltungsregeln orientieren, an dieser Stelle die mit Abstand beste städtbauliche Lösung ist - aus einem ganzen Büschel von Gründen ...
Ich war gestern in Frankfurt und hab mir das angeguckt. Auch wenn diese Gebäude phyisch noch nicht existieren - man merkt doch jetzt schon, wie dieses Projekt der ganzen Innenstadt der Main-Metropole eine innere Logik und Stimmigkeit zurückgibt, die da über Jahrzehnte gefehlt hat.

Genau darum sollte es in Stuttgart auch gehen. Ein solche Bebauung des Marktplatzes wäre in meinem Verständnis alles andere als rückwärtsgewandt, sondern im Gegenteil hochmodern, da sie die Konsequenz aus dem Umstand ist, dass man aus den Fehlern der vergangenen Jahrzehnte gelernt und und wieder zu einem maßstäblichen Bauen zurückfindet, das sich an den praktischen Bedürfnissen der Menschen orientiert - und nicht an den Theorien der Architekten.

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