Umweltprämie für den Austausch von Zweitakt-Rollern - Nachhaltige Mobilität unterstützen

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Stuttgart (gesamt)
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  • Verkehr
  • Elektro-Mobilität
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Ausgabe

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis:

374
weniger gut: -149
gut: 374
Meine Stimme: keine
Platz: 
1165

Technisch veraltete Motorroller emittieren im Vergleich zu modernen Autos 124-mal mehr Schadstoffe als Viertakter, wie Schweizer Forscher herausgefunden haben. In Bangkok, wo Zweitakter 10 Prozent des Gesamtbenzinverbrauchs ausmachen, verursachen diese sogar 60 Prozent der Gesamtschadstoffe. EU-weit kommen Zweitakter zwar nur auf ein Prozent des Benzinverbrauchs, trotzdem bieten sie ein enormes Verbesserungspotential, denn Zweiräder sind heute von der Umweltplakette ausgenommen und für sie galt bis vor kurzem noch die Euro-2-Norm, welche deutlich höhere Grenzwerte als bei allen vergleichbaren Fahrzeugen zugelassen hat.
Angesichts der weiterhin kritischen Feinstaub- und Stickoxidbelastung der Luft im Stuttgarter Kessel sollten Maßnahmen ergriffen werden, die dazu beitragen, solche unnötige Luft- und Klimabelastungen zu reduzieren. Ein städtischer Anreiz nach Tübinger Vorbild, mit dem der Umstieg von technisch veralteten Zweitakt-Motorrollern auf ein nachhaltig angetriebenes Pedelec, E-Bike oder einen Elektroroller finanziell unterstützt wird, könnte dazu beitragen.
Tübingen hat mit seiner „Abwrackprämie für fossile Zweiräder“ gute Erfahrungen gemacht. Zahlreiche Anträge gingen inzwischen bei der Stadt ein, in nahezu allen Fällen wurden die Motorroller durch neue Pedelecs ersetzt. Jedes E-Bike und jeder E-Roller, der dank der Prämie einen alten Zweitakter mit hohen Schadstoffausstoß ersetzt, ist ein wichtiger Schritt hin zu einer umweltverträglicheren Mobilität.
Die Stadt Stuttgart wird gebeten, die Möglichkeit eines städtischen Zuschusses für die Anschaffung eines Pedelecs, E-Bikes oder E-Rollers bei gleichzeitiger Stilllegung eines alten Zweitakt-Rollers zu prüfen. Die Maßnahme sollte mit einer öffentlichkeitswirksamen Aufklärungs-Kampagne verknüpft werden. Anregungen hierfür bietet bereits die Homepage http://www.super-polluter.de/

Kommentare

8 Kommentare lesen

Raucher, diese angeblich Rücksichtslosen hat man aus Kneipen ganz locker verbannt, wenn Diesel verboten werden, dann diese Stinker erst recht! Prämie? Ich spüre, wo Sie hin wollen, aber ich habe da echte Zweifel. Ich behaupte, den Fahrer-/Innen dieser stinkenden, lärmenden Geräte sind andere Menschen und die Umwelt völlig egal, sonst hätten die heute bereits z.B. ein Rad im Einsatz.

Nutzer dieser „Stinker“ schätzen vielleicht auch nur die robuste Technik, die preiswerte Mobilität und den - im Vergleich zum 4-Takter - besseren Anzug. Für die Luftqualität in der Stadt sind die paar letzten 2-Takter nicht relevant, sodass ein Verbot nicht verhältnismäßig ist. Eine Prämie (wie vorgeschlagen) wäre daher der bessere Weg. Ich vermute aber, dass viele ihre > 25 Jahre alten Liebhaberfahrzeuge nicht ohne Weiteres abgeben.

Die Diskussion zeigt, dass viele betroffen sind und ganz unterschiedliche Wahrnehmungen der Situation haben. Ein sinnvolles Verkehrskonzept muss alle einschließen - daher sollte die Diskussion ins Bürgerparlament - Vorschlag 50021 - gerne kommentieren!

Vorschlag ist gut, weil eklatant verschmutzende, veraltete Fahrzeuge durch Prämie weitgehend sozialverträglich aus dem Verkehr gehen, wo relativ saubere Diesel Euro 4 und evtl 5 (ja, NO2/NOx zu hoch, aber dank DPF viel weniger Partikel als Benziner ausstoßende) Fahrzeuge verboten werden. Zweitakter sind meist auch wegen Lärms abzuschaffen.
Bitte niemand als Maßnahme gegen DDR-Produkte auffassen, die damaligen Ingenieure hatten bzw. hätten gerne Viertakter entwickelt, was die Planwirtschaft im ganzen Ostblock ihnen untersagte - und nicht vergessen werden sollte.

Guter Vorschlag, noch lieber kombinieren mit einer Querfinanzierung, zum Beispiel Umweltgebühr die sich nach Abgasemissionen richtet (Besteuerung bisher frei bis 125ccm Hubraum).

Das sollte man machen.

Auch wenn die Zweitakter keinen großen Anteil an Verschmutzung und Verbrauch haben, sollten sie möglichst schnell aus dem Verkehr gezogen werden, weil sie für alle anderen Verkehrsteilnehmer eine Riesenbelastung sind. Schon mal als Fahrradfahrer von einem alten Mofa überholt worden? Da will man gleich seine Lunge abgeben...

@Botticelli Genau. Und dann schleichen die Dinger noch kaum schneller als man selbst an einem vorbei. Entweder man macht dann eine halbe Minute lang Schnappatmung bis das Teil endlich hinreichend Boden zu einem gutgemacht hat (oder man bewusstlos vom Rad fällt) oder hält lieber gleich die Luft an und wartet mit dem Weiterfahren, bis sich die Stinkfahne halbwegs verzogen hat. Wenn ich bedenke, dass ich als Fahrradfahrer z. B. bei dicken Müllabfuhrwagen praktisch nichts rieche, ist das schon echt krass - zumal es Alternativen gibt.