Motorisierte Zweiräder ins Parkraum-Management mitaufnehmen

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Stuttgart (gesamt)
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  • Verkehr
  • Parken
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kostenneutral

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis:

272
weniger gut: -167
gut: 272
Meine Stimme: keine
Platz: 
1874

Das Parken von motorisierten Zweirädern auf Gehwegen ist zwar eigentlich nicht erlaubt, wird aber von der Stadt geduldet.
Das ist sicher ein Grund, warum die motorisierten Zweiräder in Stuttgart so beliebt sind.

Unter den Zweirädern befinden sich leider viele Fahrzeuge mit sehr hohen Emissionen an Lärm und giftigen Abgasen.
Insbesondere die beliebten Zweitakter (Mofas, Mopeds, Motorroller) verursachen unzumutbare lokale Abgas-Belastungen, teilweise über 100-mal so viele Kohlenwasserstoffe (unter anderem das krebserregende Benzol) und über 700-mal so viel Feinstaub, wie viertaktige Krafträder. Diese Werte wurden in wissenschaftlichen Studien ermittelt:
https://www.psi.ch/media/unscheinbare-dreckschleudern-auf-zwei-raedern

Manche asiatische Großstädte haben längst Fahrverbote gegen Zweitakter ausgesprochen. Aber in der EU gibt es rechtlich kaum eine Handhabe, den Abgas-Emissionen dieser unzeitgemäßen Technologie Einhalt zu gebieten.
Ein Lösungsansatz wäre, den Gebrauch von Zweitaktern in der Stadt so unattraktiv wie möglich zu machen.

Vorschlag:
- Sämtliche motorisierten Zweiräder sind in das Parkraum-Management zu integrieren, das heißt Anwohner bekommen günstige Parkausweise für Zweiräder ausgestellt und Pendler zahlen erhöhte Gebühr.
- Das Parken ist nur auf ausgewiesenen Flächen erlaubt. Verstöße werden mit Bußgeldern geahndet.
- Bevorzugt wird Parkraum für elektrisch angetriebene (leise und abgasfreie) Zweiräder samt Ladesäulen geschaffen.
- Leckage an Krafträdern (häufig Getriebeöl an Motorrollern) ist ebenso mit Bußgeld zu ahnden.

Durch die Maßnahme werden die Bürgersteige auch besser für Fußgänger nutzbar.
Fahrräder und Pedelecs ohne Kennzeichen sollen von der Regelung ausgenommen bleiben.

Stuttgarter Umweltverbände haben bereits eine eigene Webseite zur Zweitakter-Problematik erstellt:
www.super-polluter.de

Kommentare

22 Kommentare lesen

Bei der schlechten Atemluft in Stuttgart sind Zwei- und Drei-Räder mit Verbrennungsmotor in Stuttgart zu verbieten. Die Besitzer sollen mit dem ÖPNV oder elektrisch angetriebenen Zwei- und Drei-Rädern umweltverträglich in die Stuttgarter Innenstadt fahren.

Das Geknatter und der Gestank, den man besonders merkt, wenn man hinter einem Zweitakter herfährt, sind gesundheits-schädlich. In Ostasien haben deswegen viele Städte Zweiräder mit Verbrennungsmotor schon verboten. Die wissen warum.
In Stuttgart gibt es genug Alternativen. Jede Einschränkung des Gebrauchs ist daher sinnvoll. Die Stadtverwaltung bräuchte hierfür nur konsequenter vorgehen.

Danke noch für die Kommentare!
Es gab schon einige Petitionen im Bundestag zwecks Verbot von Zweitakt-Krafträdern, aber alle gescheitert.
Auch über Grenzwerte kommt man den Zweitaktern nicht bei.
So fahren sie weiter rum, brauchen oft weder Tüv noch AU ... und dürften mit Abstand die schmutzigsten Fahrzeuge auf unseren Straßen sein.

Siehe auch den Link!

Zweitakt-Zweiräder dürfen bereits (ich glaube seit 2017) nicht mehr neu zugelassen werden. Das Problem verwächst sich also. Außerdem ist der Anteil von Zweitaktern an allen Zweirädern in Stuttgart gering.

Das Problem verwächst sich nicht. Ein Zweitaktmotor hat nur drei bewegte Teile und ist daher eigentlich nicht kaputt zu kriegen. Außerdem sind die Zweitakter kultig und sehr angesagt. Gerade gestern hat einer hier im Westen den halben Tag zum Spaß seine Runden mit einer Uralt-Vespa gedreht, Motorrad mit Nürtinger Nummer, und die Häuserschluchten in Rauch und Gestank eingehüllt ... und das bei Feinstaubalarm. Genug!
Und es werden immer noch Zweitakter verkauft: seit 1.1.2018 gilt Euro Norm 4, das erreichen Zweiräder nicht mehr. Aber Lastendreiräder schon und die Händler haben sich reich damit eingedeckt.

Die Zahl der Zweitakter ist stetig rückläufig, Neuzulassungen gibt es nicht mehr. Also doch, das Problem verwächst sich.

2009!!!! Das war vor zehn Jahren. Neuzulassungen von Zweitaktern sind nicht mehr erlaubt. Es kommen also keine mehr hinzu.

Also lieber pdv, ich warte noch immer auf belastbare Zahlen von Ihrer Seite.
Die Piaggio Ape wird immer noch verkauft und stinkt uns die Häuserschluchten voll.
Die lasche Euro 4 Norm von Kleinkrafträdern erlaubt Feinstaub-Emissionen in unbegrenzter Höhe und das ohne Abgasuntersuchung.
Hier ein paar Zeilen von einem Stuttgarter Händler: "Ape ist Kult! Die Ape ist das ideale Gefährt für Individualisten und Kleinunternehmer. Sparsam im Unterhalt, knattert ihr 2-Takter aufmerksamkeitsstark."
Wie toll!

@lockenkopf: Das Oldtimer-Argument zieht nicht. Bei den KFZ sind Oldtimer, was Fahrverbote angeht, außen vor und das, obwohl teilweise Bleiersatzstoffe beigemischt werden. @pdv hat absolut recht. Zweitakter werden zwangsläufig weniger, auch wenn sie technisch robust sind. Bei den 90er und 2000er Fahrzeugen lohnt sich oft die Wartung nicht mehr.

Die paar Zweitakter, die noch beim Händler stehen, machen das Stadtklima nicht nachhaltig kaputt und die zitierte APE ist oft Werbeträger, der die überwiegende Zeit nicht bewegt wird.

Bei deiner Forderung sollte die Frage der Verhältnismäßigkeit aufgeworfen werden. Als nächstes soll dann wahrscheinlich das Grillen mit Kohle oder Holz verboten werden.

Guter Punkt, die Frage der Verhältnismäßigkeit. Ältere Diesel-PKW dürfen nicht mehr fahren, aber die zeitaktigen Dreckschleudern schon. Völlig unzeitgemäß und unnötig und eine Zumutung für die Anwohner. Besonders da Alternativen zur Verfügung stehen, wie zB Pedelecs.

Zu den Alternativen. Pedelecs sind oft nicht für den täglichen Arbeitsweg geeignet, da sie
1. zu teuer sind,
2. zu langsam sind,
3. keinen Wetterschutz bieten (fehlender Beinschild),
4. zu leicht gestohlen werden können.

Auch wenn Zweitakter sicher nicht unproblematisch sind, ist die Art und Weise, wie auf Super-Polluter.de Stimmung gemacht wird, sicher nicht sachdienlich. Da werden alle Zweitakter-Fahrer als Ignoranten dargestellt, die ihr Umfeld wissentlich schädigen wollen. Mitunter ist der Zweitakter aus wirtschaftlichen Gründen alternativlos.

Das Problem geht aber noch weiter. BUND und VCD fordern massive Einschränkungen für sämtliche Zweiräder mit Verbrennungsmotor (also auch Viertakter) und verweisen auf die Alternative E-Roller. Es wird dabei aber natürlich vergessen, dass ordentliche Alternativen bei ca. 2500 € losgehen und eine Verschrottungsprämie von 500 € in den Raum geworfen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. 500 € für eine Verschrottung, aber nur, wenn man im Gegenzug einen E-Roller kauft. Im Verkauf bekommt man für alte Liebhaberfahzeuge deutlich über 1500 €. Für die weit verbreiteten Billigzweitakter ist eine Prämie nicht erforderlich, da sich eine Reparatur oft nicht mehr lohnt und die Verschrottung dann auch ohne Prämie ansteht.

Super-Polluter.de zeigt wieder mal deutlich, dass einige Aktivisten gerne anprangern (Veröffentlichung von Bildern von Privatfahrzeugen, vermeintliche Zitate rücksichtloser Luftverschmutzer, Zuschreibung einer politischen Nähe zu politischen Diktaturen - alles nachzulesen auf der von @lockenkopf verlinkten Seite), aber keine Lösung für die Probleme anbieten. Wer im Kessel wohnt, für den ist ein Fahrrad evtl. eine kompromissbehaftete Einschränkung. Ältere und Bewohner der Außenbezirke können nicht komplett auf bestehende und bewährte Mobilitätslösungen verzichten.

@ iFisch

Zum Thema Holzkohle möchte ich auch noch kommentieren, gutes Thema, danke für den Einwurf!

Es ist kein Geheimnis, dass ein großer Teil der in Europa verbrauchten Holzkohle aus illegal geschlagenem Tropenholz gewonnen wird, zum großen Teil in Westafrika, Südostasien oder Osteuropa. In vielen Fällen wird die Holzkohle mit steinzeitlichen Methoden hergestellt, der Wirkungsgrad ist sehr niedrig da die Energie in keiner Weise genutzt wird. Der illegale Einschlag lässt sich kaum nachweisen, auch auf Zertifizierungen kann man sich nicht verlassen.

Also, tatsächlich sollte man sich sehr gut informieren, bevor man Holzkohle zum Grillen verwendet. Zur Klimaproblematik kommen noch die Belastungen der Anwohner durch Rauch und die Gesundheitsgefahr vom Grillgut selbst. Auch hier gibt es Alternativen wie Gas- oder Elektrogrills.

Hier ein beispielhafter Link; es gibt viel Material, wenn man sich nur ein bisschen darum bemüht:
http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Das-schmutzige-Gesc...

Zu den Zweitaktern: Was mir imponieren würde, wäre ein Eingeständnis, dass es eigentlich keinen Sinn gibt, eine derartige Dreckschleuder zu fahren. Aber solche Einsichten sucht man offensichtlich vergebens. Ein Verbrauch von 3-4 Liter Super auf 100km und dazu das teuere Motoren-Öl im Gemisch sind komplett unwirtschaftlich wenn man damit regelmäßg fährt. Also bleibt als Schlussfolgerung nur, dass es hauptsächlich darum geht, sich einen Spaß daraus zu machen, die Luft zu verpesten.

Von politischen Diktaturen distanziere ich mich ausdrücklich. Nicht nur in China wurden die Zweiutakter verboten. In Bombay gab es im Jahr 2000 schon keine mehr und Indien ist eine Demokratie. Meine indischen Kollegen wollen gar nicht glauben, dass in Deutschland noch Zweitakter fahren; die reiben sich die Augen.

Aus meiner Sicht taugt ein Pedelec in der Stadt genauso wie ein Zweitakter. Und die Dinger stinken nicht.

Es gibt auch Zweitakter, die deutlich weniger als 3-4l / 100 km benötigen. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung stellen Eigentümer der preiswerten Variomatikroller auf. Eine Vespa oder Simson mit einem Alter von 25 Jahren aufwärts (und primär auf diese Fahrzeuge hat sich die Super-Polluter-Website eingeschossen) bleibt bei solchen Überlegungen außen vor und ist oft auch Hobby. Den Eigentümern geht es - ebenso wie Eigentümern von vierrädrigen Oldtimern - sicher nicht darum, die Luft zu verpesten.

Die Einsicht, dass Zweitakter von heute auf morgen aus dem Stadtbild verschwinden sollen, suchst du bei mir tatsächlich vergebens. Und das, obwohl ich nicht mal mehr einen Zweitakter besitze. Das hängt schlicht und ergreifend auch damit zusammen, dass hier ein großes Problem inszeniert wird, das sich mit der Zeit von selbst löst. Elektroroller und Viertakter werden über kurz oder lang die ganz klare Mehrheit stellen. Einfache Zweitakter (Sfera, Zip, TPH, Speedfight, Kisbee, ...) werden verschrottet und die paar übrigen Oldtimer, die zu "Sonntagsfahrten" genutzt werden, fallen nicht ins Gewicht.

Dass täglich neue Scheunenfunde wieder fit gemacht werden bezweifle ich. Diese Wahrnehmung dürfte vielmehr damit zusammenhängen, dass die Verfechter des 2T-Verbots einen sensibleren Blick für die Fahrzeuge entwickelt haben, als das früher der Fall war.

Ich bin überzeugter Rollerfahrer, ja einen dieser miesen Zweitackter und das ganzjährig. Mein Roller schluckt 3l/100km, welches Auto schafft das und ist somit wirtschaftlich, da ernstzunehmende E-Roller schlichtweg noch zu teuer sind. Pedelecs sind zwar nett, aber für weitere Fahrten meines erachtens nicht geeignet. (Hey, aber als Radfahrer muss man sich wenigstens nicht an die StVO halten...)
Ich schließe mich meinem Vorredner an, das Zweitakter langfristig verschwinden werden.
Was ich richtig interressant finde ist, das der Initiator verlangt Parkraum für sämtliche motorisierten Zweiräder zu reservieren (Zweitakter, Motorräder, E-Roller, Pedelecs...). Ich wohne in Stammheim, bei uns ist Parkraum schon eng. Bisher glaubte ich im Kessel ist es schlimmer, aber solch ein Vorschlag lässt eher das Gegenteil vermuten...

@ Graasdackl

Parkraum zu verknappen ist eine gängige Praxis moderner Stadtplanung, weniger Autos, dafür mehr Grün und raum für Fußgänger und Radfahrer. Das schafft Lebensqualität und verbessert die Gesundheit. Selbst in Stuttgart wird sich diese Einsicht nicht ewig hinauszögern lassen.

@iFisch

Ich habe nichts gegen alte Zweitakter als Hobby. Man kann die Dinger ja auch schieben. Leider sieht man viele davon knatternd und stinkend im täglichen Einsatz. In einer engen Metropole macht es durchaus Sinn, seinen Nachbarn gegenüber respektvoll zu handeln. Ich sehe aber nicht, dass die Fahrer bereit sind, auf den Einsatz zu verzichten, trotz der verheerenden Emissionen. Daher mein obiger Vorschlag, der auch Nachteile für Viertakterfahrer mit sich bringt, das lässt sich leider nicht vermeiden.

Fahrräder dann auch!!!

Na ja, wer da so nonchalant meint, dass die Zweitakter-Problematik sich irgandwann auswachsen wird, sollte auch bedenken, dass Knappheit oft erst recht zum Kultstatus führt. Vor allem, weil die User (eher jung, eher finanziell knapp gestellt) ja auch in ein paar Jahren diese Vehikel fahren wollen/werden (Nostalgie!). Und was technisch hierbei alles möglich ist, sieht man ja unter anderem an den Oldtimer-Dinos in Havanna.
Ich kenne auch die Situation in Stuttgart-Stammheim. Dem Stadtteil mit der höchsten Autodichte ... allein das spricht ja schon für sich. Weniger "Blech" - mehr "Grün" - Ja, bitte!

Zweitakter sollten so schnell wie möglich komplett verboten werden. Wer weiter damit fahren will, kann sein Fahrzeug umbauen auf Elektroantrieb.

@ driver

Fahrräder machen weder Lärm noch Gestank. Außerdem fördert Bewegung die Gesundheit. Es gibt als keinen Grund, Fahrradfahrer zu benachteiligen. Aber natürlich ist Ihr Vorschlag zu bvegrüßen, auch mehr Abstellraum für Fahrräder zu schaffen.

Einen 3 kW Scooter gibt es z. B. bei unumotors.com für 2800 € und bei niu.com für 4500 € (Niu NG-T). Bezahlbare und für Stuttgarts Hügel hinreichend leistungsstarke Alternativen zum Verbrenner-Scooter scheint es also zu geben. Unabhängig ob nun Verbrenner oder Elektro halte ich aber den Vorschlag, Krafträdern in die Parkraumbewirtschaftung mit einzubeziehen, für grundsätzlich sinnvoll. Zusätzliche Aufstellung von Ladesäulen wären es feine Sache, allerdings nur dann sinnvoll, wenn der Preis je kWh nicht über dem von Hauhaltsstrom liegt oder wenn zumindest eine für übliche Nutzung ausreichende Menge an kWh pro Jahr im Preis der jährlichen Anwohnerparkgebühren enthalten wäre; sonst fürchte ich nutzt die teuren Ladesäulen keiner.