Was wird aus meinem Müll? Nachweis-Pflicht der Stadt

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Stuttgart (gesamt)
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  • Abfall, Sauberkeit
  • Weitere
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kostenneutral

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis:

507
weniger gut: -106
gut: 507
Meine Stimme: keine
Platz: 
548

Die Vermüllung der Ozeane ist eines der schwerwiegendsten Probleme unserer Zeit: die eingetragene Menge an Plastikmüll steigt jährlich an und wird dort für Jahrhunderte seine Spuren hinterlassen. Die Ozeane drohen kurzfristig als Nahrungsquelle auszufallen, wenn nicht drastische Maßnahmen ergriffen werden, die bis an den Ursprung des Mülls reichen.
Aus Deutschland werden jährlich tausende Tonnen Plastik- und sonstiger Müll nach Asien und Elektroschrott nach Afrika verschifft, der dort nicht selten im Ozean landet oder ohne jegliche Filteranlagen verbrannt wird.

Gebe ich ich mir hier umsonst große Mühe, meinen privaten Müll zu trennen und am Ende landet das Zeug über Umwege im Meer? Das darf nicht sein!
Es muss sichergestellt sein, dass kein Müll aus unserer wohlhabenden Stadt in der Umwelt oder in den Meeren landet!

Vorschlag: die Stadt verpflichtet sich, vierteljährlich lückenlos Auskunft darüber zu geben, was mit dem in der Stadt gesammelten Müll passiert. Wird der Müll an Dritte weitergereicht, so muss ebenso lückenlos über die weitere Verwertungskette Auskunft gegeben werden. Kann die Verwertungskette nicht geklärt werden, so darf der Müll nicht an Dritte weitergegeben werden. Das gilt für sämtlichen privaten Müll: Restmüll, Biotonne, Papier, gelber Sack, Sperrmüll, Wertstoffe und Gefahrenstoffe.

Die Kampagne soll auch auf Müll ausgedehnt werden, der in den Stuttgarter Gewerbebetrieben anfällt. Die Verbreitungswege des Mülls müssen transparent gemacht werden, um gegen Missbrauch vorgehen zu können. Die Gewerbetreibenden sollen daher jährlich Rechenschaft über ihren Müll ablegen.

Die Stadt verpflichtet sich, andere Städte und Kreise zur Nachweispflicht bei der Müllverabreitung zu bewegen.

Kommentare

9 Kommentare lesen

Sämtlicher Restmüll, der in Stuttgart durch die AWS gesammelt wird, wird auch hier verbrannt.
Die Sammlungen des DSD fallen nicht in die Zuständigkeit der Stadt. Die Stoffströme innerhalb des DSD sind in der Tat intransparent. Da eine stoffliche Verwertung von Haushaltsabfällen aus Plastik ökonomisch wie ökologisch sinnfrei ist, machen sie es doch wie ich: Werfen sie Plastikabfälle in den Restmüll. Dieser wird in Stuttgart verbrannt und zu Strom und Fernwärme recycelt.

@PDV: diese Auskunft möchte ich offiziell von der Stadt bekommen und nicht von anonym.

Aber interessante Anregung, den Plastik in den Restmüll zu tun. Im Moment fehlt mir noch der Durchblick, ob das sogar die bessere Variante gegenüber dem gelben Sack ist. DSD = gelber Sack, richtig? Sollte sich das bestätigen, wäre evtl ein Aufruf zum Boykott des gelben Sacks rechtfertigt.

Diese Variante war früher so als aller Müll verbrannt wurde, man wollte aber recyceln unnd einige recyceln den Müll zu Geld!

@lockenkopf: Dann fragen sie die Stat bzw. die AWS. Dazu kann auch die Gelbe Karte genutzt werden. Oder recherchieren sie einfach ein paar Minuten.
Tun sie - wie ich - Plastik in den Restmüll, wird dieser zwar zu Strom und Fernwärme recycelt, allerdings bezahlen sie derzeit dann leider noch doppelt dafür: Einmal über den Grünen Punkt (DSD) und dann über die Restmüllgebühren. Daran etwas zu ändern, obliegt dem Bund.

Gemeinsam gesammlte Verkaufsverpackungen, lassen sich stofflich nur zu niederwertigen Kunststoffen recyclen, da eine stoffreine Trennung nicht vollständig möglich ist. Vor allem ist kaum mehr eine Lebensmittelechtheit zu erreichen. Also Kunststoffbänke und Paletten ja, alles anderen nein oder nur sehr eingeschränkt. Das ist der Grund, warum nur ein kleiner Teil des durch den Gelben Sack gesammelten Kunststoffs tatsächlich stofflich wiederverwertet wird. Ökonomisch ist das Ganze eh nicht.

Ja, eine Informationspflicht für die AWS UND die anderen Abholer wäre wichtig. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Ich halte nichts vom Verbrennen der recycelbaren Sachen.

Danke noch für die vielen Kommentare!
Ich habe bereits recherchiert und bei Experten nachgefragt; ich halte es für möglich, dass Inhalt des gelben Sacks über das Ausland (besonders Asien) im Ozean landen kann. Das will ich mit dem Vorschlag vermeiden.
Wenn die Stadt die Meinung teilt, den Plastikmüll besser in den Restmüll zu tun, dann soll sie klar dazu Stellung beziehen.
Der Verbrennung des Plastikmülls in modernen Anlagen zur Energiegewinnung habe ich nicht wiedersprochen; solange wir fossile Resourcen zur Energiegewinnung verbrennen scheint mir das legitim.

Ich würde auch gerne von amtlicher Seite wissen, was mit unserem Müll geschieht und ob und wer damit verdient. Wir sammeln und säubern Plastik in der Annahme dass es recycelt wird. So wird es auch in allen Infoblättern der Stadt den Bürgern vermittelt.

Das sehe ich auch so. Wir versuchen möglichst bewusst mit dem Müll umzugehen. Und ich habe das Gefühl, dass sich schon seit einiger Zeit immer mehr Leute des Themas annehmen und bewusst mit ihrem Müll umgehen. Die Intransparenz der Stadt untergräbt die Motivation der Bevölkerung aber u.U.