Kostenlose Förderangebote für alle Schüler:innen

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Stadtbezirk: 
Stuttgart (gesamt)
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Thema: 
Betreuung
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Wirkung: 
Ausgabe

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis (nur gut):

951
weniger gut: -145
gut: 951
Meine Stimme: keine
Platz: 
17
in: 
2021

Die aktuelle Situation unter der Pandemie zeigt uns sehr offensichtlich, wie es um die Ausstattung und die Bildung in den Schulen bestellt ist. Die Kinder von heute sind unsere Fachkräfte von morgen. Baden-Württemberg verfügt über keine Bodenschätze, unsere einzige Ressource ist Bildung. Kein Kind darf verlorengehen. Stuttgart als vergleichsweise wohlhabende Kommune muss Vorreiter sein.
Förderangebote müssen für alle Schüler:innen kostenlos sein, da Lernrückstände aufgeholt und Lerndefizite ausgeglichen werden müssen. Die Schulen selbst haben schon in „normalen“ Zeiten zu wenige oder gar keine Kapazitäten für Förderunterricht. Stuttgart soll zusätzliches Personal in die Schulen holen und Nachhilfe und Förderangebote "einkaufen" - möglich ist das z.B. über Student:innen oder Projekte mit älteren Schüler:innen gegen ein gewisses Entgelt.

https://geb-stuttgart.de/

Umsetzung und Prüfung
Ergebnis Haushaltsberatungen: 
Der Vorschlag wurde während der Haushaltsplanberatungen behandelt, neben den bereits bestehenden Bildungsförderangeboten wurden im Doppelhaushalt 2022/2023 keine weiteren Förderangebote beschlossen. Zur weiteren Entwicklung der Ganztageskonzeption an Stuttgarter Schulen wurden aber drei neue Stellen geschaffen.
kein Beschluss gefasst

Stellungnahme der Verwaltung: 

In erster Linie ist das Land zuständig für die schulische Bildung, dennoch engagiert sich auch die Stadt als Schulträger seit mehreren Jahrzehnten, um die schulische Bildung – neben einer hochwertigen sächlichen Ausstattung - mit zusätzlichen pädagogischen Maßnahmen zu unterstützen und zu ergänzen.

Besonders ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass der Gemeinderat im Jahr 2011 einen richtungsweisenden Beschluss gefasst hat, die Stuttgarter Grundschulen flächendeckend zu Ganztagsgrundschulen weiter zu entwickeln. Dieses Modell verbindet die schulische Pädagogik mit qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten freier Träger der Jugendhilfe und des städtischen Jugendamtes. Der festgeschriebene Qualitätsstandard ist deutschlandweit einmalig, sodass inzwischen bereits 45 Schulen diesen Weg gegangen sind. Alle Angebote im Ganztagsrahmen sind kostenfrei für die Familien, Entgelte in vertretbarer Höhe gibt es nur für die Betreuungsangebote, die vor und nach dem schulischen Ganztag benötigt werden, sowie in den Ferien.

2020 hat der Gemeinderat noch eine weitere Verbesserung für Ganztagsgrundschulen beschlossen: die Finanzierung zusätzlicher Angebote in Ganztagsgrundschulen nach sozialräumlichen Kriterien. Das Konzept ist derzeit in Arbeit und wird einen wesentlichen Schwerpunkt auf den Ausgleich von Bildungsbenachteiligungen legen, insbesondere auch auf solche, die durch die Coronapandemie entstanden sind.

Ganztagsschulen sorgen nachgewiesen für mehr Bildungsgerechtigkeit. Deshalb sollten Bund und Land den Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung nicht nur - wie seither vorgesehen - lediglich für die Kinder der Klassenstufen 1-4 einführen, sondern darüber hinaus auch für Kinder in der Sekundarstufe. Dies wäre eine wünschenswerte Grundlage, an die die Stadt ihr Modell für Grundschulkinder anpassen könnte.

Bereits die intensive Zusammenarbeit mit den Jugendhilfeträgern, die sich zum Ziel gesetzt haben für die Anliegen insbesondere benachteiligter Kinder und Jugendlichen einzutreten, bietet eine Gewähr dafür, dass auch in Pandemiezeiten kein Kind verloren geht. So halten die Träger mit großem Einsatz auch in Zeiten der Schulschließung telefonisch oder persönlich Kontakt zu allen Kindern, unterstützen den Fernunterricht durch freizeitpädagogische Angebote, statten die Kinder mit Tabelts aus und sind Ansprechpartner für das Projekt „erweitertes Wohnzimmer“. Darüber hinaus hat die Stadt während der Coronapandemie neue Projekte für besonders betroffene Kinder und Jugendliche aufgelegt, so zum Beispiel „Lernräume“.

Für Kinder aus Halbtagesklassen sowie Kinder der Sekundarstufe gibt es seit dem Schuljahr 2006/2007 das Programm der außerschulischen Bildung und Betreuung. Hier werden schwerpunktmäßig Lernangebote wie Hausaufgabenbetreuung und Lernförderung über Freizeitangebote mit Personal gefördert, welches hierfür eine Ehrenamtsvergütung erhält. Das Angebot ist für Eltern, die im Besitz einer Bonuscard sind, kostenfrei ansonsten ist ein Betreuungsentgelt fällig. Eine grundsätzlich kostenlose Bereitstellung des Förderangebots würde rund 180 000 Euro pro Jahr an zusätzlichen Kosten verursachen.

Kommentare

20 Kommentare lesen

Und die Schulen brauchen dringend gutes WLAN, damit Präsenz- und Fernunterricht ohne Zeitverluste parallel möglich sind! Da hinkt Stuttgart enorm hinterher!

Ich fördere ehrenamtlich seit Jahren Kinder von Geflüchteten bzw. Migranten - vor Corona auch durch Unterrichtsbegleitung in einer IVK und weiß, wie wichtig diese Unterstützung ist. Man muss keine ausgebildete Pädagog*in sein, da die Lehrer*in die Anleitung übernimmt. Leider sind nur wenige bereit, ehrenamtlich zu helfen. Die Stadt könnte über 400 Euro Jobs hier sehr viel erreichen - auch ohne sehr hohe Investitionen! Gerade an Grundschulen und SBBZs.

Sehr wichtig, da es durch das homeschooling mehr Förderbedarf gibt.

Gibt es alles- aber soll der GEB bekanntmachen. Schaffen die Schulen nämlich nicht, haben wohl auch Angst vor der Konkurrenz? Entweder tolle Onlinekurse. Oder Referendare, ihre Kollegen von morgen. Die Platfform naklario, vom Kultusministerium unterstütz, bietet genau das bereits an.

Klasse Idee! Ich würde mich sofort freiwillig für dieses Projekt melden.

Wir müssen mehr Mühe für die Ausbildung der Lehrkräfte geben, außerdem benötigen unsere Kinder neuen aktuellen Themen zum lernen, anstatt die unnötigen Themen in manchen Fächer. Die moderne Lernmethoden haben viele andere Länder, die nicht groß wie Deutschland sind.

Es gibt durch das Homeschooling mehr Förderbedarf. Studenten könnten teilweiser abdecken.

Ich bin seit ca. 5 Jahren ehrenamtlich in einer Grundschule tätig. Zu Beginn wurden den Schüler*innen ein 7-wöchiges Atelier mit a' 2 Stunden im Bereich Werken, PC-Schulung
und weitere außerschulische Fächer angeboten. Alle diese Angebote sind durch die neuen
Lehrpläne leider nicht mehr möglich.

Gute und finanziell überschaubare Möglichkeit pandemiebedingte schulische Defizite
zumindest teilweise aufzufangen.

Unbedingt! Chancengleichheit fördern. Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben.

Bildungspolitik ist eigentlich Landespolitik. Schade, wenn bei solchen Entscheidungen die Stadt einspringen müssen sollte.

Wir sind als kinderfreundliche Stadt bekannt aber leider fehlt es an elementaren Bedingungen. Das wäre mal ein Anfang

Sehr wichtig!
Es ist den wenigsten werktätigen Eltern möglich, noch nebenher "home schooling"zu stemmen.

sehr sehr gut! kostenlose förderangebote. Aber die jenigen , die das auch anbieten und machen können sollten schon eine Entschädigung bekommen.!

Meine Erfahrung: Förderunterricht gibt es an Grundschulen, sofern die Lehrerstunden das hergeben. Also häufig zu wenig bis gar nichts, weil es zu wenig Lehrer gibt und noch andere Inhalte mit Lehrerstunden abgedeckt werden müssen.

Erstmal die Fördervereine konkret um Hilfe anfragen, bis jetzt kommt da kaum ein Wunsch von den Eltern.

Tolle Idee. Ehrenamtliches Engagement ist klasse, allerdings bin ich der Meinung, dass jeder Euro der in die Bildung unserer Kinder fließt gut investiertes Geld ist. Darum sollte hier nicht gespart, sondern neben den ehrenamtlichen Helfern, ausreichend Fachkräfte eingestellt werden. Gerade im Mini-Job-Bereich wäre hier einiges möglich. Es ist ein Jammer, dass Stuttgart hier nicht in die Zukunft investiert.

Absolut notwendig, vielleicht die Studenten (Lehramt) mehr engagieren die Kinder in der Schulen zu unterstützen