Stadtacker Wagenhallen e.V. mit Flächen unterstützen

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Stadtbezirk: 
Stuttgart-Nord
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Thema: 
Plätze
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Wirkung: 
Ausgabe

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis (nur gut):

869
weniger gut: -144
gut: 869
Meine Stimme: keine
Platz: 
30
in: 
2021

Der Gemeinschaftsgarten Stadtacker Wagenhallen e.V. in Stuttgart-Nord, der ein Ort der Integration und Naturbildung ist, soll zusätzlich und längerfristig zentraler Ort für eine lokale Infrastruktur werden. Ziel ist es durch freiwillige Beteiligung der BürgerInnen ein autarkes Versorgungssystem zu schaffen, indem Bioabfall und Grünschnitt aus der näheren Umgebung gesammelt wird, um daraus fruchtbare Erde und Nahrung herzustellen.
Dies erhöht, durch biologisches Gärtnern, die Biodiversität und durch freiwillige Beteiligung der BürgerInnen auch die Resilienz der Stadtgesellschaft.

Da der Stadtacker im Zuge der Neubebauung des Gebiets C1 umziehen muss, ist es wichtig, dass es einen direkten Umzug auf eine möglichst dauerhafte Ersatzfläche gibt, um eine vorübergehende Pausierung des Vereins zu vermeiden. Dazu braucht es eine Zusage zur Nutzung der aktuellen Fläche bis Baubeginn auf C1 und finanzielle Unterstützung diesen Ort in so einer schwierigen Phase zu erhalten.

Umsetzung und Prüfung
Ergebnis Haushaltsberatungen: 
Der Stadtacker Wagenhallen e.V. bespielt seit 2012 Teile des öffentlichen Raums im Umfeld der Wagenhallen mit Gemeinschaftsgärten im Stuttgarter Nordbahnhofviertel und trägt dadurch in ökologischer als auch gesellschaftlicher Hinsicht zu einer positiven Stadtentwicklung bei. Im Zuge der Planungen zu "Maker City" ist der Stadtacker Wagenhallen e.V. ebenfalls von einer für die Planung erforderlichen Standortverlagerung betroffen. Der Gemeinderat möchte den Verein unterstützen und hat für das Jahr 2022 einen Zuschuss zur Umgestaltung des neuen Geländes in Höhe von 12.000 Euro und die Förderung von 1,5 Stellen für die Jahre 2022 und 2023 beschlossen.
Gemeinderat hat teilweise zugestimmt

Stellungnahme der Verwaltung: 

Im Rahmen des durchgeführten Akteursprozesses zur Maker-City hat das Amt für Stadtplanung und Wohnen gemeinsam mit den Akteuren des Stadtackers e. V. einen Weg entwickelt, der den Umzug zu einem neuen dauerhaften Standort im C1-Gebiet, das im Wesentlichen das Umfeld der Wagenhalle umfasst, sicherstellt. Der zeitliche Ablauf des Umsiedlungsvorgangs ist grob abgestimmt.

Mit dem Vorlauf von aktuell noch 1,5 Jahren wird eine detailliertere Abfolge des Umzugs in enger Abstimmung mit dem Stadtacker e.V. entwickelt. Das Ziel dabei ist, den Umzug direkt auf die neue Fläche - also ohne dass die Vereinstätigkeit vorübergehend ausgesetzt werden muss - anzustreben. Die städtebauliche Planung nimmt im Bereich des künftigen Standortes sehr bewusst Bezug auf Gestaltung und den besonderen Charakter des Stadtackers. Die Infrastruktur und Bedarfe werden bereits abgestimmt und fließen in die weiteren Planungen ein. Insbesondere der Aspekt der Biodiversität und die Koexistenz mit verschiedenen Tierarten ist hier hervorzuheben.

Ein Aspekt in der Akteursbeteiligung mit dem Stadtacker e.V. ist, inwieweit sich der Stadtacker über den vorgesehenen neuen Standort hinaus in die MakerCity hinein entwickeln wird. Eine enge räumliche und soziale Vernetzung wird seitens des Vereins mit den Öko- und Sozialpionieren angestrebt.

Im Rahmen des Förderprogramms Urbane Gärten, Förderbereich "Erstanlage und Erstausstattung", können Kosten gefördert werden, die für die Neuanlage und Ausstattung der neuen Fläche anfallen. Das sind gem. aktueller Förderrichtlinie Urbane Gärten bis zu 4.000 Euro bei einer Anteilsfinanzierung von 70 Prozent: https://www.stuttgart.de/leben/stadtentwicklung/stadtplanung/stadterneue...

Bezirksbeiratshinweis: 

Der Bezirksbeirat Nord befürwortet den Vorschlag einstimmig. Freiwilliges Engagement der Bürgerinnen und Bürger für ein weitgehend autarkes Versorgungssystem ist unterstützenswert. Ebenso wird die finanzielle Unterstützung befürwortet.

Kommentare

32 Kommentare lesen

Dieses sozio-ökologische Projekt muss zum Wohle der Biodiversität und als Utopie zur „essbaren Stadt“ dringend erhalten bleiben

Mehr Stadtacker! Weniger Straßen.

Seit ich auf dem Stadtacker bin, habe ich mich mit unzähligen Themen auseinandergesetzt: Bewässerung in immer trockener werdenden Sommern, Kompost, Dünger und die Qualität verschiedener Ackerböden, die ökologische Bedeutung vom Brachflächen, die Wichtigkeit von Artenvielfalt, Fruchtfolgen und dem Zugang zu unmanipultiertem Saatgut.

Der Acker hat meine Beziehung zu Ernährung nachhaltig verändert. Ich habe heute ein anderes Bewusstsein für die Lebensmittel, die ich zu mir nehme. Ich kann mich unglaublich an einer selbstgeernteten Zucchini erfreuen, probiere Kräuter und heimische Sorten, von denen ich vorher noch nie gehört hatte. Alles, was ich nicht selber anbaue oder vom Foodsharing bekomme kaufe ich nach Möglichkeit bio, lokal und saisonal und habe so für mich einen Weg gefunden, ohne mich durch individuelle Konsumkritik von der eigentlichen Problemlage ablenken zu lassen. Gleichzeitig habe ich eine andere Wertschätzung für die Arbeitskraft und Energie die in mein Essen geflossen sind. Ich kaufe insgesamt weniger ein und schmeiße so gut wie kein Essen weg. Mir ist bewusst, dass das ein Privileg ist. Ich habe die Zeit mich mit diesen Themen auseinander zu setzen und die finanziellen Mittel um meinen Überzeugungen entsprechend einzukaufen. Diesen Zugang wünsche ich mir für möglichst viele Menschen in unserer Stadt.

Der Acker ist nicht nur ein Stück Erde mit ein paar Pflanzen drauf, ein austauschbarer Fleck auf der stadtplanerischen Landkarte. Er ist ein Ort für Begegnungen zwischen Menschen, die sich sonst nie treffen würden. Bei gutem Wetter kommen jedes Wochenende Menschen vorbei und fragen ob sie mitmachen können. Der Stadtacker ist ein niederschwelliges Angebot, sich mit der Welt um sich herum auseinander zu setzen. Selber anzupacken. Dazu zu lernen. Die Perspektive zu erweitern. Ein Verhältnis zur eigenen Umgebung zu entwickeln. So etwas wie Nachbarschaft gedeihen zu lassen.

Die Stadt Stuttgart hat der Container City und dem Stadtacker zum Oktober das Mietverhältnis gekündigt. Es war immer klar, dass es sich bei diesem Projekt um eine Interimsfläche handelt, die irgendwann für andere wichtige Dinge wie den Wohnungsbau gebraucht wird. Mit diesem Wissen sind wir das hier angegangen und haben in den vergangen Jahren so einiges angestoßen. Die Sache hat für uns eine Bedeutung gewonnen, welche weit über die eigentliche Fläche hinausgeht. Der Stadtacker ist für mich nicht mehr wegzudenken. Ich würde mir wünschen, dass seine Bedeutung auch von städtischer Seite anerkannt wird und dass wir gemeinsam einen Weg finden, wie wir das Projekt in die Entwicklung des neuen Rosensteinquartiers einbinden können. Vielen Dank an diejenigen, die sich unermüdlich dafür einsetzen und immer wieder den Dialog suchen.

Statt billig Gebäude zu Bauen, ist nötig Grün flachen zu pflegen, hier Menschen zeigen mehr was die Bürokraft in geschlossenen Raum niemals verstehen können..

Für den Erhalt des Stadtackers! Für mehr wertvolles Stadtgrün!

Unbedingt erhalten, hier wird Biodiversität und Naturerfahrung im urbanen Raum erlebbar gemacht - eine Perle für die Stadt und zukünftig fürs Rosensteinviertel. Damit wir endlich im Klimawandel weiterkommen, müssen solche Projekte unbedingt fester Bestandteil der Städteplanung sein. Solche Projekte brauchen unbedingt Bestandsschutz bis Ausgleichsflächen klar sind!

Bitte erhalten!

Stadtacker - eine wunderbare Organisation. Im Hinblick auf eine auch ökologische Entwicklung des Quartiers wäre es wichtig die positive Energie die bei den -Makern- ist mitzunehmen.
Jetzt eine Fläche zu finden wo dieser Aspekt des Urban Gardenings nahtlos weitergehen kann wäre eine Sinn- und respektvolle Anerkennung die die agierenden Gremien in Betracht ziehen sollten.
Das wäre klasse!

Diese engagierten Bürger müssen unbedingt unterstützt werden mit Planungssicherheit und Geld. Sie tragen nicht nur zum Stadtklima einiges bei!

Möchte dort doch noch auftreten

Gerade in der postpandemischen Zeit und während des Übergangs bis da hin ist der Stadtacker als urbaner Garten ein wichtiges integratives Nachbarschaftsprojekt für das Quartier, aber auch ein unschätzbarer Lernort für Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung für alle Generationen. Diverse bereits angestoßene Kooperationen und Initiativen mit Kindern und anderen Zielgruppen könnten nicht realisiert werden, falls der Stadtacker nicht weiter erhalten werden kann. Wenn der Erhalt des Projekts am jetzigen Standort partout nicht möglich sein sollte, braucht es meiner Meinung nach unbedingt eine angemessene Alternative und eine Übergangszeit von mindestens einer Gartensaison. Für einen solchen Transfer wären unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden notwendig und die Jahreszeit zum Sähen beginnt JETZT!

Stadtacker = (z.B.) mehr Artenschutz!

sehr schönes, nachhaltig und sinnvolles Projekt für Ökologie, Nachbarschaftsbegegnung und urbanes Gärtnern, außerdem innerstädtisch wichtige Grünfläche

Dieser Garten ist
_sozial (niederschwelliges Angebot eines Lernortes & Nachbarschaftstreffpunkt),
_ökologisch (innerstädtische Grünfläche mit großer Vielfalt),
_gesundheitlich (Produktion gesunder Lebensmittel)
ein AUSSERORDENTLICH wertvoller Ort in dieser Stadt.
Auch aus pandemischer und postpandemischer Sicht sollte dieser Ort ohne Umzugspause weitergeführt werden.
Deshalb unterstütze ich die Forderung nach Zusage zur Nutzung der aktuellen Fläche bis Baubeginn auf C1 und finanzieller Unterstützung der Stadt in so einer schwierigen Phase.

gerade in Zeiten von social distancing sollte klar werden wie wichtig weitläufige sinnstiftende soziale Räume sind. Hier ist urban gardening unersetzlich!

scheint eine gute idee zu sein.
aber wirkt sich urban gardening auch aufs menschliche sprachzentrum aus?

tl;dr

Urban Gardening _ ist für die Kulturlandschaft notwendig

Ohne Stadtacker gäbe es in diesem Viertel weniger Vielfalt und das würde sich- zumindest für mich- auf die Wohn- und Lebensqualität negativ auswirken.

Grün Bio SELBER anbauen ist der schönste Weg

Für den Erhalt des Stadtackers, für ein lebenswertestes Stuttgart

ökologischer und sozialer für jeden geht's nicht
UNBEDINGT eine Lösung finden!

Rettet die Subkultur!

In einer Stadt mit Kessellage ist urbanes Grün besonders wichtig. Ganz unterschiedliche Menschen - alt und jung, mit und ohne Migrationshintergrund, arm und wohlhabend, reigschmeckt und urschwäbisch - kommen beim Stadtacker zusammen und bringen die Gesellschaft zum Wachsen und Blühen. Hier kann jede*r Wissen einbringen, gesunde Lebensmittel anbauen und die Wichtigkeit eines intakten Ökosystems hautnah erleben. Bitte unbedingt erhalten!!

Der Stadtacker ist ein Ort der gelebten Willkommenskultur. So wurde ich hier als Neustuttgarter vor 5 Jahren herzlich aufgenommen und an mehreren Sonntagen von dem Gegrillten der Mitglieder durchgefüttert. Jeder der keinen Garten hat und gerne gärtnern möchte, hat hier die Möglichkeit dies zu tun und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Stuttgart verliert sehr viel auf Ökologischer, sozialer und kultureller Ebene, sollte diese Institution nicht erhalten bleiben.

Ich bin für die Erhaltung des Stadtackers, gerne auch an vorhandener Stelle. Stuttgart braucht Grünflächen und Freizeitflächen in der Stadt, nicht vor der Stadt. Ich kritisiere explizit auch die dichte Bebauung des Staiger-Areals, die die beiden kleinen Sportplätze an so wichtiger Stelle bedrängt.

Die aktuelle Politik der Stadt Stuttgart ist aber genau darauf ausgelegt, die vorhandenen Flächen in der Stadt so dicht wie möglich zu bebauen und damit nicht im Außenbereich neues Bauland auszuweisen. Die Folge dieser reinen Innenentwicklung ist dann, dass Einrichtungen wie Stadtacker und Sportplätze wegfallen.

Erhalt ist wichtig für Kultur und Stadt

In jedes Wohngebiet gehören Grünflächen, wenn es wie in diesem Fall Gärten sind erfüllen sie mehr als nur den entspannten Aufenthalt. Unbedingt erhaltenswert !

Stadtacker erhalten und unterstützen!

Stuttgart braucht die Wagenhallen, noch nie war die Kunstszene um neues zu erschaffen so wichtig wie derzeit

Sollen auf jedenfalls bleiben und müssen gefördert werden.

Der Stadtacker muss bleiben!!!