Verbessertes ÖPNV-Angebot in den Abendstunden

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Stadtbezirk: 
Stuttgart (gesamt)
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Thema: 
Busse, Bahnen (ÖPNV)
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Wirkung: 
Ausgabe

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis:

186
weniger gut: -15
gut: 186
Meine Stimme: keine
Platz: 
102
in: 
2011

Am späteren Abend fahren Busse nur noch im 30-Minutentakt. Welch ein Pech,
wenn die Stadtbahn am Pragsattel mit ein wenig Verspätung ankommt und man sieht den Bus zum Burgholzhof nur noch von hinten. Wer so den Anschluss verpasst, hat fast eine halbe Stunde lang (Warte-)Zeit, um sich in Ruhe zu überlegen, ob er das nächste Mal nicht doch besser mit dem Auto fährt.

Insbesondere in der Spätverkehrszeit können Hauptlastrichtungen definiert
werden, auf die die Anschlussbeziehungen optimiert werden. Wer am späteren
Abend ein eher abgelegenes Wohngebiet erreichen will, dem ist der Anschluss
wichtiger als Fahrplantreue. Anschlusssicherungsfunktionen gehören
inzwischen zu den wichtigsten Elementen jedes rechnergestützten
Betriebsleitsystems. Ob Anschlüsse tatsächlich erreicht werden, muss
wirksam überwacht werden.

Am späteren Abend fahren die Busse im 30-Minutentakt und die Stadtbahnen
passend dazu im 15-Minutentakt. Gegen 22.30 Uhr aber werden die Stadtbahnen ausgedünnt auf 20-Minutentakt. Pech für jeden, der anschließend noch einen Bus braucht, um nach Hause zu kommen: Die Takte passen nicht mehr. Nur noch ein einziges Mal in der Stunde ist ein guter Anschluss überhaupt möglich.

Daher soll bei den Stadtbahnfahrplänen die Taktänderung vom 15- auf den
20-Minutentakt ab etwa 22.30 Uhr entfallen.

Gemeinderat prüft: 
ja
Stellungnahmen und Beschlüsse
Von keiner Gemeinderatsfraktion beantragt

Stellungnahme der Verwaltung: 

Öffentlicher Personennahverkehr in Großstädten mit Bussen und Bahnen und Ausbau und Pflege der Infrastruktur bedarf immer finanzieller Zuschüsse. Auch in Stuttgart wird das jährliche finanzielle Defizit der SSB durch die Stadt Stuttgart selbst als Eigentümer über die Stuttgarter Versorgungs-und Verkehrsgesellschaft mbH (SVV) ausgeglichen. Allerdings ist dieses Defizit im Rahmen der Restrukturierungsvorgaben durch die SVV seit Jahren auf 25 Millionen € pro Jahr begrenzt. Um diese Summe nicht zu überschreiten, ist ein kundenorientiertes Verkehrsangebot, das gleichzeitig die betriebswirtschaftlichen Aspekte berücksichtigt, unabdingbar.
Insbesondere im Abend-und Nachtverkehr ist der Zuschussbedarf pro beförderten Fahrgast besonders hoch. Verbesserungen in diesen Zeitbereichen lassen sich durch neu gewonnene Fahrgäste und dementsprechende Einnahmen bei weitem nicht refinanzieren. In der Konsequenz wäre eine Erhöhung des jährlichen Defizits unvermeidbar. Angebotsverbesserungen in den Abend-und Nachtstunden bedürfen daher einem klaren politischen Willen und dem Bekenntnis, dafür auch zusätzliche Finanzierungsmittel bereitzustellen.
Eine Verbesserung des Taktangebotes zwischen 22.30 Uhr und Betriebsschluss von 20 auf 15 Minuten bei der Stadtbahn hätte zusätzliche jährliche Kosten in Höhe von 1 Mio. € zur Folge. Bereits heute werden nach Möglichkeit Anschlussbeziehungen im Spätverkehr gewährleistet.

Kommentare

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"Wer am späteren Abend ein eher abgelegenes Wohngebiet erreichen will, dem ist der Anschluss
wichtiger als Fahrplantreue" => sehe ich genauso.