Busse mit Wasserstoff einführen

|
Stuttgart (gesamt)
|
  • Busse, Bahnen (ÖPNV)
  • Weitere
|
Ausgabe

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis:

530
weniger gut: -70
gut: 600
Meine Stimme: keine
Platz: 
317

Auch Busse müssen ihren Beitrag zum Klimaschutz und zur Luftreinhaltung leisten. Neben batteriebetriebenen Bussen sind auch Wasserstoffbusse eine Möglichkeit, besonders dann wenn die Batterietechnik an ihre Grenzen stößt. Deswegen sollen schrittweise mehr Wasserstoffbusse angeschafft werden. Dazu muss die SSB auch in die entsprechende Infrasturktur investieren.

Kommentare

15 Kommentare lesen

Sinnvoller Vorschlag. Busse mit Brennstoffzellen sind eine bessere Alternative als reine Elektobusse für Stuttgart. In Zusammenarbeit mit einem deutschen Automobilhersteller gäbe es auch einen Effekt zur Weiterentwicklung der Technologie in Deutschland.

Die SSB hatte doch schon ein solches Pilotprojekt. Es gab aber scheinbar immer wieder größere Probleme mit der Technik so das ein Reibungsloser Einsatz im Linienverkehr nicht gewährleistet war und die einzigste Wasserstofftankstelle sthet am Flughafen was wiederrum suboptimal ist.

Und sie sind dann sicher auch bereit, höhere Ticketpreise zu bezahlen?!

Heute kam zum Thema Wasserstoff ein interessanter Beitrag zum Nachhören:
https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2019/02/13/setzen_politik_und...

In der Schweiz wurden von Hyundai 1000 Wasserstoff-LKWs bestellt.
https://www.nzz.ch/mobilitaet/auto-mobil/hyundai-bringt-1000-wasserstoff...

Daraufhin bestellte Frankreich ebenso 5000 dieser LKWs.

Deutschland könnte auch bei Hyundai bestellen, aber da gibt es ja noch die deutschen LKW-Hersteller, die zu berücksichtigen wären...

Wiso sollte die SSB einen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten? Wer soll das dann zahlen?
Ein Fahrverbot für die Dieselfahrer ist kostenneutral.

Guter Vorschlag! Wir brauchen verschiedene Alternativen zu den fossilen Energieträgern, die erprobt werden müssen.

Man sollte natürlich auch im Hinterkopf behalten, dass die Politik die batteriebetriebene E-Mobilität massiv fördert und fordert, das könnte also auch ein Aspekt sein, die Hamburger Busse wieder abzuschaffen.

Der Spiegel-Report wurde mit Sicherheit von der Mineralöl-Lobby bezahlt. Wenn Daimler nicht liefern kann, heißt das doch nicht, das niemand anders liefern könnte. "außerdem sei die Lagerung des explosiven Wasserstoffs in Wohngebieten ein Problem". Welches konkrete Problem es geben soll, wird nicht beschrieben. Wasserstoff ist 13 Mal leichter als Luft und verflüchtigt sich sofort nach oben, während Benzin- und Erdgasdämpfe 2 bis 3 Mal so schwer sind, wie Luft und sich am Boden ansammeln können. Elektrobusse beinhalten Lithium-Akkus, für deren Gewinnung im Ausland ein massiver Umweltschaden angerichtet wird - Hauptsache wir in Deutschland fahren mit "sauberen" Bussen herum ! Außerdem ist Wasserstoff-Technik viel leichter, als Akkus und ermöglicht dadurch mehr Zuladung und höhere Reichweite.
Zum BR-Bericht: Bio-Methan ist problematisch, weil es aus Grünschnitt hergestellt wird. Dieser gehört eigentlich auf den Acker zum Düngen und nicht in Form von Gas in den Tank eines Kraftfahrzeugs. Die Pflanzen benötigen zum Wachsen die chemischen Bestandteile des Grünschnitts, oder ansonsten Kunstdünger, der mit fossiler Energie hergestellt wird - 1,4 bis 1,8 Liter Erdöl pro Kilo Kunstdünger. Also gibt es faktisch gar kein "Bio-Ethan", sondern Ethan, welches aus Grünschnitt gewonnen wurde. Durch die Verringerung der Anbaufläche für Lebensmittel, steigen in der Folge deren Preise. Lebensmittelproduktion und Mobilität dürfen nicht in Konkurrenz zueinander gestellt werden, sonst die Armen zu den Verlierern gehören werden. Verbrennungsmotoren erzeugen Lärm, wegen der ständigen Explosionen des Gasgemisches im Motor - eine Brennstoffzelle nicht. Niemand kontrolliert in der Gasgewinnungsanlage, ob es sich um Bio-Grünschnitt, oder um Grünschnitt mit einer negativen Energiebilanz durch den Gebrauch von Kunstdünger und Spritzmittel, oder den Einsatz von Landmaschinen handelt. Strom wird zukünftig preiswert über Oberleitung zur Verfügung stehen, so dass nur noch partiell mit gespeicherter elektrischer Energie aus Akkus, oder Wasserstoff betrieben werden muss(Zukunftsmusik). In Gasanlagen entsteht ein Restprodukt, welches sich nicht vergleichen lässt mit natürlichem Kompost oder Mist, der drei Jahre lang unter freiem Himmel biologisch zersetzt wurde. Die industrialisierte Landwirtschaft sollte nicht länger die Möglichkeit haben, ihren mit fossilen Energieträgern belasteten Abfall in Gasanlagen (auch noch Gewinn steigernd !) entsorgen zu können. "Power-to-Gas" ist nur dann als regenerativ anzusehen, wenn nicht aus einer mit fossiler Energie belasteten Industrieanlage CO2 zur Fusion mit H2 zu CH4(Methangas) zugeführt wird (ganz grober Denkfehler !). Der Wirkungsgradverlust von regenerativ erzeugtem Methangas beträgt zur dafür verbrauchten elektrischen Energie satte 90% ! Daher eignet es sich höchstens für den Flugbetrieb, um wirtschaftlich in Frage zu kommen. Fahrzeuge sollten zukünftig nicht mehr nach dem CO2-Ausstoss pro gefahrenem Kilometer beurteilt werden, sondern nach ihrem Verbrauch an physikalischer Arbeit, gemessen in Kilowattstunden pro Kilometer. Klimaneutrale WasserstoffBusse werden nur deswegen nicht gekauft, weil sie teurer sind als nicht klimaneutrale Methan-Busse.
Sie sollten sich besser bewusst machen, dass es um die Ablösung der fossilen Energieträger durch die regenerativen bis zum Jahr 2050(Klimaschutzabkommen 2015, Paris) geht.

@lockenkopf
Der Filmbeitrag des "Bayrischen Rundfunks" wurde vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen erstellt und über die Beiträge der GEZ finanziert. Ganz allgemein haben die Presseorgane die Pflicht wahrheitsgemäß zu berichten, weil ansonsten eine Beschwerde beim Presserat möglich wäre. In diesem Bericht wird so getan, als wären die zur Vergasungsanlage angelieferten Pflanzenreste aus regenerativer Produktion und werden deswegen als "bio" bezeichnet. Dass dies eine Fehlinformation ist, musste dem verantwortlichen Redakteur vor Ausstrahlung bewusst sein, denn Bio-Betriebe würden niemals echten Bio-Grünschnitt vom Hof fahren lassen, weil sie ihn dringend für die Feldvorbereitung im folgenden Jahr benötigen und sowieso ausschließlich in Fruchtfolge angebaut wird.
Nun einmal angenommen, das Jahr 2050 wäre schon gekommen, was würden die Stadtwerke in Augsburg, als Busbetreibergesellschaft, denn dann machen ? Es dürfte kein Kunstdünger mehr mittels Verwendung fossiler Energieträger hergestellt werden. Dann bliebe zwangsweise nur noch die Wahl, entweder auf Oberleitungen in Kombination mit Wasserstofftechnik im Bus umzusteigen, oder den Kunstdünger für die industrialisierte Landwirtschaft mittels regenerativen Stroms selbst herzustellen - aber Letzteres würde natürlich niemand ernsthaft in Erwägung ziehen. Also, weshalb dann nicht gleich auf Oberleitungsstrom und Wasserstofftechnologie setzen, wenn in 30 Jahren eine Umstellung ohnehin erfolgen müsste ? Auch hätte eine einheitliche weltweite Energieversorgungstechnik natürlich auch postive Auswirkungen auf die ansässige, exportorientierte Mobilitätsindustrie.

@ PS33469 Danke für die vielen Informationen, ich werde da sicher noch mehr recherchieren. Wasserstoff wird über Elektrolyse hergestellt. Dazu braucht man Strom, der dort gewonnen werden muss, wo Wind (Nordsee) oder Sonne (Spanien?) im Überfluß vorhanden sind. Der Wasserstoff muss dann unter hohen Sicherheitsauflagen verteilt werden, was auch die Tankstellen und Fahrzeuge teurer mache dürfte.

In der Landwirtschaft haben wir heute vielfach ein Problem mit Überdüngung, das schadet auch der Biodiversität. Statt zu überdüngen könnte man auch Gas herstellen und so in kurzer Zeit gleich das problem der dreckigen Luft in Stuttgart mitlösen.

@lockenkopf Unser Meinungsaustausch findet hier sicherlich seine wissbegierige Leserschaft. Es gibt im Flächenland Deutschland überall genug Möglichkeiten, um Solarstrom mit Photovoltaik, oder Windkraft zu gewinnen. Allerdings hat Photovoltaik weniger Auswirkungen auf die Umwelt. Dazu muss man sich nicht wieder erneut von Energie-Importen aus fernen Ländern abhängig machen. Genauso wenig, wie Deutschland zukünftig Erdgas aus Russland benötigen wird, braucht es Flüssig-Erdgas aus den USA, wenn wir selbst unseren Strom regenerativ erzeugen und Speicherkapazitäten über Wasserstoff aufbauen werden. Natürlich dürfte es dann für Russland und die USA deutlcih schwieriger werden, ausgeglichen Handel mit uns zu treiben und auch der Wechselkurs der Währungen dürfte sich dadurch zu unseren Gunsten verändern. Aber darüber sollten wir uns freuen und nicht traurig sein.

Die Überdüngung in der Landwirtschaft ist eine unmittelbare Folge des Einsatzes von fossilen Energieträgern zur Futtermittelproduktion (Kunstdünger, Spritzmittel, Treibstoff Landmaschinen), bzw auch Futtermittel-Importen aus fernen Ländern. Würde überall wieder ohne Kunstdünger biologisch angebaut und würde nur so viel Vieh gehalten werden, wie "die Wiesen an Futtermittel hergeben", gäbe es diese ganze Problematik mit der Überdüngung gar nicht. Durch die Beendigung der Förderung von fossilen Energieträgern bis 2050(Klimaschutzabkommen Paris 2015) wird zwangsweise auch die biologische Landwirtschaft wieder zurück an ihren alten Platz kehren.

2050 wird alles besser ;-)

@lockenkopf Man kann nur hoffen, dass die Umstellung von "fossil" auf "regenerativ" erfolgreich gelingen wird und sich wegen dieser Problematik kein neuer großer Weltkrieg zusammen brauen wird. Aber bis 2050 ist ja noch genügend Zeit, - eine ganze Generation.

Reiner elektrischer Antrieb wäre vermutlich günstiger, da es dafür bereits ausreichendes Angebot gibt und man keine Wasserstoffinfrastruktur bereitstellen muss. London hat jetzt erst eine große Anzahl Elektrobusse bestellt - aus China. Denn trotz des Vorurteils sind die wohl ausgereift. Deutsche Hersteller haben den Wechsel schlicht verschlafen und durch Lobbyismus blockiert. Daher werden die vermutlich auch bei Brennstoffzellen keine realistische Option sein.
Grundsätzlich - nach Abwägung der Kosten - wäre aber auch Brennstoffzellenantrieb okay. Ich vermute nur, dass die Vorteile nicht überwiegen werden. Geprüft werden sollte es aber.