Hortbetreuung durch Eltern-Kind-Gruppen erhalten

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Stuttgart (gesamt)
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  • Kinder, Jugend, Familie
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Ausgabe

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis:

1815
weniger gut: -67
gut: 1815
Meine Stimme: keine
Platz: 
8
doppelt

Die Einrichtungen der Eltern-Kind-Gruppen sind seit vielen Jahren ein Ort der qualitativ hochwertigen Schulkindbetreuung während der Grundschulzeit. Unsere Schülerläden sind eine sinnvolle und pädagogisch kompetente Ergänzung zum Angebot an Ganz- und Halbtagsschulen.
Nun ist durch die Konzentration auf die Ganztagesgrundschule die weitere finanzielle Förderung durch die Stadt gefährdet. Nur durch ein vielfältiges, qualitativ hochwertiges und flexibles Betreuungsangebot kann den Wünschen und Bedürfnissen aller Stuttgarter Kinder und Eltern Rechnung getragen werden.

Eltern-Kind-Gruppen sind ein Ort für alle Familien, in dem ein gutes Aufwachsen ermöglicht wird.
• Die Eltern haben eine echte Wahlmöglichkeit zwischen Ganztagesunterricht und einer Nachmittagsbetreuung, welche sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert.
• Integration von Kindern und Familien mit Fluchterfahrung, Kindern mit Inklusionsbedarf, Berücksichtigung von Ernährungsbesonderheiten und vieles mehr, sind aufgrund der familiären Struktur der Schülerläden gut möglich.
• Ein breitgefächertes Angebot von unterschiedlichen Einrichtungen, wie Ganztagesschulen, Schülerhäuser und Eltern-Kind-Gruppen, fördert durch gegenseitige Kooperation die Entwicklung von Qualität in der Schulkindbetreuung.
• Die Stadt wird dem Anspruch an ein „kinderfreundliches Stuttgart“ gerecht und zeigt, dass Vielfalt und Individualität in der Erziehung und Bildung gewollt und gefördert wird.
• Das Recht der Eltern, Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder mitzubestimmen, wird berücksichtigt.
• Langjährige Erfahrung mit verschiedenen pädagogischen Konzepten, wie beispielsweise Lerngeschichten, zeichnen die qualitativ hochwertige, individuelle Betreuung aus.

Die Vielfalt der Angebote und Träger sowie das hohe Niveau der Bildung und Betreuung ist ein wichtiger Grundstein für die Zukunft unserer Kinder. Unterstützen Sie die Möglichkeit, für jedes Kind die geeignete Nachmittagsbetreuung wählen zu können.

Verwaltung prüft: 
ja
Stellungnahmen Verwaltung und Bezirksbeiräte
Stellungnahme der Verwaltung: 

Mit der Gemeinderatsdrucksache 199/2011 wurde vom Gemeinderat der Beschluss für die neue konzeptionelle Ausrichtung der Ganztagsangebote für Grundschulkinder gefasst. Ziel ist es die Ganztagsgrundschulen flächendeckend auszubauen, um damit den ständig steigenden Betreuungsbedarf von Kindern im Grundschulalter qualitativ hochwertig zu decken (vgl. GRDrs 331/2016, Anlage 1). Damit verbunden ist der sukzessive Umbau der außerschulischen Hortplätze in bedarfsgerechte Plätze, vorrangig für Kleinkinder.

Im Dezember 2012 hat der Gemeinderat beschlossen, an dem grundsätzlichen Ziel der Bündelung der Schulkindbetreuungsangebote an den Schulen festzuhalten und bestehende Hortplätze nur dann zu belegen, wenn Betreuungsangebote an den Ganztagsschulen und den Schülerhäusern nicht ausreichen (vgl. Beschlüsse 1 und 2, Antrag 441/2012 sowie GRDrs 55/2013). Hierzu stimmen sich Schulverwaltungsamt und Jugendamt regelmäßig ab.

Bis auf die Eltern-Kind-Gruppen stimmten alle Kita-Träger dem Verfahren der sukzessiven Umwandlung von Hortplätzen zu. Aufgrund der spezifischen Situation der Eltern-Kind-Gruppen hat der Gemeinderat beschlossen, dass die in der Anlage 2 der GRDrs 286/2017 aufgeführte Eltern-Kind-Gruppen entgegen der bisherigen Beschlussfassung bis einschließlich Schuljahr 2021/2022 weiterhin ihre Hortplätze belegen können, unabhängig davon, welche Betreuungsmöglichkeiten an der Schule des jeweiligen Kindes zur Verfügung stehen. Danach gilt auch für die Eltern-Kind-Initiativen das vereinbarte Verfahren zur Hortumwandlung bzw. gegebenenfalls zum Hortabbau in Abstimmung mit dem Jugendamt und dem Schulverwaltungsamt.

Kommentare

16 Kommentare lesen

Eltern-Kind Horte sind eine wichtige Alternative, für Eltern u. Kinder, für die eine Ganztagesschule nicht die beste Lösung ist.

Horte ist eine wichtige flexible Instanz in der Gesellschaft, die Kinder und Berufsgruppen ein normales Familjenleben ermöglicht. Die Welt, Industrie und Wirtschaft gehen in Richtung Flexibilität - warum geht die Schule in die andere Richtung ?

die Grünen im mai abwählen, leider..

Es wäre schön wenn ich selber auswählen dürfte wie mein Kind im Grundschulalter nachmittags betreut wird.

Kinder benötigen mehr Privatsphäre und Rückzugsräume, die Nachmittagsbetreuung an den Schulen wird den individuellen Bedürfnissen der Kinder oft nicht gerecht. Die Eltern-Kind-Horte sind familienähnliche Rückzugsräume, die Kinder sind in kleineren, klassenübergreifenden Gruppen betreut und werden individueller gefördert. Zusätzliche Freizeitsangebote können flexibler wahrgenommen werden (Musikschule, Sportangebote, kirchliche Angebote u.s.w.). Und, was immer wieder vergessen wird: unsere Kinder benötigen auch Ruhephasen, sie sind keine Erwachsenen.

Horbetreuung generell erhalten - auch die städtische - als Alternative zu Ganztagesschule!

Unabdingbar

Wie kann eine Stadt soviel Engagement von Eltern einfach abwürgen? Es handelt sich um ein gut funktionierendes Modell, in dem Eltern sich vernetzen, Gemeinschaften entstehen, pädagogischer und sonstiger Austausch stattfindet zum Wohle der Kinder. Das ist einfach vorbildlich!

Betreuungsplätze sind Mangelware in dieser Stadt. Ohne das Engagement in Eltern- Kind Initiativen wären viele Eltern aufgeschmissen. Unfassbar das Eltern, Kinder und Initiativen hier so rasiert werden sollen!! Es lebe die Gleichschaltung von Allem und Aller. Ein Hoch auf den Sozialismus! Die politisch Wirkenden wollen schon unsere Kinder zu ihren potenziellen Wähler erziehen. Aufgeklärte können nur mit dem Kopf schütteln...

Horte sind wichtig als Alternative zur Ganztagesschule. Nicht jeder Elternteil, der auch mal nachmittags arbeiten muss, sollte gezwungen sein, sein Kind in eine Ganztagesschule zu stecken, wo das Kind jeden Nachmittag bis 16 sein muss. Auch nicht für jedes Kind ist das das Richtige. Horte bieten eine einzigartige Flexiblität, die erhaltenswert ist. Horte sind - gerade in der Großstadt - auch ein Familienersatz und ein Netzwerk. Kaum eine (staatliche) Nachmittagsbetreuung oder Ganztagesschule - kann das von sich sagen. Würden Sie dieses ehrenamtliche Engagement nicht ab, sonst vertreiben Sie engagierte Familien aus Stuttgart.

Es ist schon unglaublich wie planlos die Schulpolitik ist. Es ist nahezu fahrlässig die Horte, die mit soviel sozialem und ehrenamtlichen Engagement auch dem Erzieher/-innenmangel auffangen, aus rein politischen Gründen geopfert werden sollen. Am Ende sind die Kinder die Verlier und letztlich die ganze Gesellschaft. Wenn Kindern das Fundament ihrer Bildung in der Grundschule durch qualitativ schlechte Ganztagsbetreuung genommen wird, brauchen wir über zukünftige Bildungsverlierer nicht mehr zu rätseln. Die Vielfalt der Betreuungsstrukturen insbesondere der Grundschüler/-innen ist auch hier ein Gebot der Stunde.

Ein Hort ist eine wichtige und flexible Alternative zur Ganztagesbetreuung. Die Kinder fühlen sich dort aufgehoben und haben Abstand zur Schule (trotz Hausaufgabenbetreuung im Hort). Für unser Kind ist ein Hort die bessere Lösung als eine Ganztagesbetreuung an der Schule!

Im Grunde ist es doch ganz einfach: es gibt noch lange keine flächendeckendes Ganztagsschulenangebot, und der aktuellen Nachmittagsbetreuung an Schulen mangelt es an qualifiziertem Personal.

Familien (mit Grundschulkindern) brauchen außerdem eine ans persönliche Berufsbild, der Lebensform und dem Kind angepasste, idividuelle Betreuungsform und damit ein flexibles Angebot, anstatt einem starren Korsett!
Somit sind freie Horte (ggf. auch mit Sharingplätzen?) ein wichtiger Bestandteil von vielen.

Ich möchte die Wahl haben wie meine Kinder nachmittags betreut werden!

Nicht jedes Kind ist gleich und eine verpflichtende Nachmittagsschule ist nicht für jedes Kind geeignet. Warum sollte man an dem bewährten Konzept mit der Hortbetreuung etwas ändern?

Ich bin selbständig u sehr oft beruflich unterwegs. Ich bin sehr froh, wenn ich wenn ich Zeit habe mein Kind nachmittags aus dem Hort nehmen u etwas mit ihm unternehmen kann. Verpflichtende Gesamtschule ist für mich absolut keine Alternative.